Dietmar Hoscher (SPOe), neues Mitglied des Stiftungsrates des Oesterreichischen Rundfunks (ORF), wartet am Freitag (20.01.12) in Wien (Oesterreich) auf den Beginn einer Sondersitzung des ORF Stiftungsrates. Foto: Ronald Zak/dapd

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Grabenkämpfe bei Rapid
06/28/2013

Wie Edlinger Hoscher ausbremste

Der Präsident von Rapid düpierte den logischen Nachfolger, neuer Favorit ist Erich Kirisits.

von Alexander Huber

Der Rückzieher von Dietmar Hoscher sorgte bei Rapid für Aufregung: Der Casinos-Vorstand und frühere Mitarbeiter von Rudolf Edlinger war jahrelang als kommender Präsident aufgebaut worden, sagte dann aber offiziell wegen „mangelnder Zeit“ ab. Dass Hoscher auch die triste Finanzlage nachdenklich stimmte, ist klar. Doch es gibt noch einen weiteren pikanten Hintergrund, wie ein eMail Hoschers an das Präsidium und Personen aus dem Umfeld offenlegt.

Diese geheime, interne Begründung landete über Umwege beim KURIER, die Authentizität wird von Hoscher bestätigt. „Aber sonst gibt es von mir dazu keinen weiteren Kommentar.“

Drei-Punkte-Plan

Das Schriftstück spricht ohnehin für sich. Hoscher schildert, dass er am 13. Juni in einem Gespräch mit Edlinger und Vizepräsident Menz drei Punkte festgehalten hat.

1.) Die neuen Vereinsstrukturen sollten bei der Wahl im November bereits wirken – Edlinger stimmt zu.

2.) Hoscher ist beim angestrebten Stadion-Neubau wegen der Finanzierung skeptisch, verwehrt sich aber nicht dagegen. Er stimmt zu, dass eine Entscheidung zur Not auch erst vom neuen Präsidium zu treffen wäre.

3.) Hoscher drängt auf einen Plan zur Rettung der Finanzen, stellt aber klar, nicht zu verlangen, „dass diese Lücke bis November vollständig geschlossen sein müsse“.

Hoscher wurde „zugesagt, diese Vorstellungen in der nächsten Präsidiumssitzung zur Diskussion zu stellen“. Was folgt, lässt aber auf Grabenkämpfe bei den Grünen schließen: Er erhielt nur wenige Tage darauf einen Anruf von Edlinger, seine „Forderungen seien unerfüllbar“ und er „solle mit Koll. Kirisits im Beisein von Präs. Edlinger eine Sprachregelung betreffend der Nicht-Kandidatur erarbeiten“, da Kirisits „keine Kampfabstimmung wolle.“

„Kollege Kirisits“ ist wie vom KURIER berichtet der Alternativkandidat: Xerox-Manager Erich Kirisits. Hoscher zieht zurück, „angesichts dieser unmissverständlichen Aufforderung nicht zu kandidieren.“ Dem Vernehmen nach soll Hoscher zuletzt intern viele kritische Fragen zu den Finanzen gestellt haben.

Fest steht, dass Edlinger seinen langjährigen Vertrauten ausbremste, um sich auf Kirisits zu fokussieren. Der 53-jährige Wiener gilt derzeit bei der Admira als einflussreicher Mann im Hintergrund. Gerüchte, dass er für frisches Kapital sorgen würde, weist Kirisits schriftlich gegenüber dem KURIER klar zurück.

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