Sport | Fußball 05.12.2011

Gregoritsch nicht mehr Kapfenberg-Trainer

Fünf Jahre lang trainierte Gregoritsch die Steirer, 2008 führte er sie von der Ersten Liga in die Bundesliga.

Napoleon hat nach seinen Siegen gesagt, seine Generäle haben Fortune, ich habe es nicht mehr mehr gehabt", sprach Werner Gregoritsch, Ehrenritter von Oberkapfenberg, nach seiner Abdankung als Kapfenberg-Coach.

Nach einem langen Gespräch mit Präsident Erwin Fuchs legte der 53-Jährige sein Traineramt, das er 2006 übernommen hatte, nieder. Fuchs sagt nach dem ersten Trainerwechsel in der laufenden Bundesliga-Saison: "Da haben grundlegende Dinge nicht gepasst. Es war emotional sehr schwer."

Tränen

Auch für Werner Gregoritsch. "Manche Spieler haben beim Abschied geweint. Aber ich war zuletzt ein negativer Pol, das habe ich gespürt. Ich bin gegangen, damit alle wieder an einem Strang ziehen können", sagt der Steirer, der den Verein auch verließ, weil er vom Glück ("Wir haben einige Spiele mit viel Pech verloren") und von wichtigen Spielern verlassen wurde.

"Wir haben im Sommer zahlreiche Leistungsträger wie Alar verloren, die Leute, die sie ersetzen sollten, sind verletzt", sagt Gregoritsch, der aber einräumt, dass bei der Transferpolitik einige Fehlinvestitionen dabei gewesen wären.

Vorwurf

Dinge, die er verschmerzen konnte. Besonders weh taten aber die Beleidigungen, die seinen Sohn Michael betrafen. "Es war nicht fair, wie er von den Fans behandelt wurde. Immerhin zählt er zu den größten Talenten des Landes."

Mit der Kapfenberger Anhängerschaft wurde Gregoritsch nicht mehr warm. "Die selben haben vor einigen Jahren noch Regionalliga-Fußball gesehen, sie wissen es nicht zu schätzen, dass hier Bundesliga gespielt wird."

Der Hauptschullehrer Werner Gregoritsch wird dem Sport auf alle Fälle erhalten bleiben. "Ich bin froh, dass ich einmal nicht über den Abstiegskampf nachdenken muss, ich werde Sport nicht mehr als Frustbewältigung betreiben, sondern aus Freude." Und er wird sich weiterbilden. "Arsene Wenger hat mich schon drei Mal eingeladen, um bei ihm zu hospitieren. Jetzt habe ich Zeit dazu." Auch österreichische Trainer könnten demnächst Besuch bekommen. "Vielleicht hospitiere ja ich bei Didi Kühbauer."

Nachfolger

Der Admira-Trainer wird gewiss nicht sein Nachfolger beim Tabellenschlusslicht. Schon eher der ehemalige Ried-Trainer Helmut Kronjäger. Vorübergehend werden Co-Trainer Manfred Unger und Akademie-Trainer Milan Zurman das Team betreuen.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011