Sport | Fußball
28.06.2017

Garcia-Bericht: Russland und Katar sehen sich bestätigt

Die umstrittenen WM-Gastgeber sehen ihre Kredibilität wieder hergestellt.

Nach der Veröffentlichung des Garcia-Berichts fühlen sich die lange kritisierten WM-Gastgeber in Russland und Katar bestätigt. Mit einer demonstrativen Unschuldsbeteuerung und einem Seitenhieb auf westliche Medien reagierten Russlands WM-Organisatoren auf die Ergebnisse in dem am Dienstag vom Fußball-Weltverband FIFA überraschend publik gemachten Bericht. „Wir haben nichts getan, was gegen den Ethikcode oder die allgemeinen Normen und Grundsätze der Bewerbungsregeln verstoßen hat“, sagte der Vize-Ministerpräsident und nationale Fußballverbandschef Witali Mutko laut lokalem Organisationskomitee auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Auch Katar sieht seine Kredibilität wieder hergestellt. „Wir glauben, dass das Ausmaß unserer Kooperation bei der Untersuchung und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen eine Rechtfertigung der Integrität unserer Bewerbung sind“, zitiert die englische BBC das Organisationskomitee in Katar. In dem Untersuchungsbericht von FIFA-Chefermittler Michael Garcia aus dem Jahr 2014 wurden zwar diverse Geldflüsse in Millionenhöhe aus Katar oder über Mittelsmänner an Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees notiert, diese konnten aber demnach nicht den WM-Machern zugeordnet werden.

Medien-Kritik

Keine gravierenden Verstöße ordnete Garcia den Russen im umstrittenen Vergabeprozess zu. Notiert wurden von Garcia Geschenke und Annehmlichkeiten wie Kreml- und Ballettbesuche für FIFA-Wahlmänner und deren Familien. Diese seien aber nicht per se durch den FIFA-Verhaltenskodex verboten gewesen. Allerdings: Die Computer des russischen Bewerbungskomitees waren zum Zeitpunkt der Untersuchung zerstört. Welche Unterlagen fehlen, konnten die FIFA-Ermittler nicht mehr rekonstruieren.

WM-Geschäftsführer Alexej Sorokin betonte, man sei froh über die Veröffentlichung. Zudem warf er internationalen Medien eine tendenziöse Berichterstattung vor: „Man sollte die Schlussfolgerungen des Berichts zur russischen Bewerbung lesen, um zu sehen, dass alle Anschuldigungen durch westliche Medien unbegründet sind.“