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05.12.2011

GAK: Hände falten, Gosch'n halten?

Weitere Details zu den pikanten Treffen der ehemaligen Buchhalterin mit dem langjährigen GAK-Chef Rudi Roth.

Eine Rund-um-die-Uhr-Beschattung einer Beschuldigten erwartet sich der durchschnittliche Österreicher in Kriminalfilmen, nicht in einem Kriminalstück des Fußballs. Doch im Falle des Traditionsvereines GAK müssen die Ermittler besondere Schritte setzen, um die delikate Affäre in ihrer gesamten Dimension aufklären zu können.

Am Donnerstag berichtete der KURIER erstmals über die Aussagen der ehemaligen Klub-Buchhalterin, die am 5. August 2011 zu Protokoll gegeben hatte, sie sei zu diskreten Treffen mit dem beschuldigten Ex-Präsidenten Rudi Roth und anderen ehemaligen Funktionären zitiert worden: "Bei diesen Besprechungen hat man mir immer zu verstehen gegeben, wenn ich die Wahrheit sage, dann würde ich alle Anwesenden ruinieren." Mehr noch: Ulrike D. berichtete den Kriminalisten von Telefon- und Klingelterror - "ich habe große Angst, dass mir etwas passiert."

Mittlerweile liegen dem KURIER weitere Details aus den Vernehmungsprotokollen vor. Darin schildert die Buchhalterin beispielsweise, dass ihr ehemaliger Vorgesetzter Roth sie ab April 2011 nicht mehr persönlich angerufen habe. Sie sei jedoch noch im März 2011 in das Büro von Roths Steuerberater "zitiert" worden. Dabei habe ihr Konsul Roth ein Schriftstück der Staatsanwaltschaft vorgehalten, wonach sie zu einer weiteren ergänzenden Einvernahme geladen sei.

Unruhe

Stimmen diese Angaben, dann war Ölbaron Roth darob zumindest beunruhigt. Ulrike D. sagte den Ermittler jedenfalls:
" Roth (...) faltete die Hände und sagte zu mir: 'Ich bitte dich, nicht mehr Gräben aufzureißen als es ohnehin schon gibt.' Roth teilte mir mit, dass das Finanzverfahren im Prinzip erledigt sei und uns nicht mehr passieren könne. Roth hat mir allerdings nicht gedroht. Er hat mich nur gebeten, 'den Mund zu halten' und versucht, mich wieder auf die von ihm so bezeichnete 'gemeinsame Verteidigungslinie' einzuschwören." (siehe Faksimile).

Hernach habe ihr Roths Steuerberater erklärt, "dass es die 'Kronzeugenregelung' in Österreich nicht gibt und man so etwas nur annimmt, wenn man zu viel ' CSI Miami und CSI New York' geschaut hat."

Hände falten, Gosch'n halten?

Kaum zu glauben.

Dementi

Roths Anwalt Guido Held hatte im KURIER-Gespräch am Mittwoch alle Vorwürfe gegen seinen Mandanten dementiert - man habe sich stets in Anwesenheit der Anwälte getroffen. Am Donnerstag wies Roth selbst auf Anfrage der APA alle Anschuldigungen zurück: "Eine persönliche Bedrohung hat niemals stattgefunden." Er lasse rechtliche Schritte gegen die Ex-Buchhalterin prüfen.

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