Sport | Fußball
28.06.2017

Via Schülerliga zur Champions League

Mit 13 in der Schülerliga, mit 23 bei Real (Kovacic), Leipzig (Sabitzer) oder im Team (Kuster).

Vor vier Jahren wurde Johannes Ackermann pensioniert. Der Lehrer am Gymnasium in Neusiedl/See bat seine Kollegen, ihm keine Armbanduhr – wie sonst üblich zu solchen Anlässen – zu schenken. Er wollte drei Trikots.

Die hängen jetzt in seinem Haus in Donnerskirchen am Neusiedler See. Ein Leiberl von Mattersburg mit dem Namen Kuster darauf, eines von Düsseldorf mit Gartner und eines von Rapid mit Pavelic. Alle drei sind signiert.
"Dass aus einer Klasse mit 15 Buben drei später Bundesliga spielen, ist selten", sagt er. Es ist fast einzigartig. Ackermann war Lehrer (Mathematik und Leibesübungen) sowie Fußballtrainer (einige Landesligaklubs) aus Überzeugung. Vor zehn Jahren wurde das Gymnasium Neusiedl beim Bundesfinale in Wien Dritter, betreut von Ackermann und Gerhard Gmasz, seinem Kollegen, der die Leiberl organisiert hat und derzeit Trainer beim Ostliga-Klub in Neusiedl ist.

U-13-Bewerb

2007 spielten Gartner und Kuster, die später in die Mattersburger Akademie wechselten und beim SVM Profis wurden. Pavelic, Klassenkamerad in der 3 B, durfte nicht mitspielen, er war ein sogenannter "Später", war Jahrgang 1993, nur 1994er und Jüngere durften in diesem Jahr spielen. Neusiedl und Weiz wurden Gruppenerste. Die überragenden Weizer mit den späteren Bundesligaspielern Sabitzer, Friesenbichler, Leitner, Schmerböck und Sprangler schlugen Neusiedl und gewannen das Finale gegen die Austria-Schule Polgarstraße 3:0.
Neusiedl schlug die Rapid-Schule Maroltingergasse im kleinen Finale 3:0. Ackermann: "Dabei haben wir erst 2000 die Fußballerklassen eingerichtet." In denen werden die Talente gesammelt und extra trainiert. Davor war Neusiedl noch nie in einem Landesfinale. 17 Jahre später haben sie es gewonnen und stehen nun heuer wieder in einem Bundesfinale.
Die Schülerliga ist ein Unter-13-Bewerb aus dem es viele Talente bis ganz nach oben schaffen. Mateo Kovacic schaffte es mit Linz-Kleinmünchen 2007 nicht einmal unter die besten vier Klubs. Das Talent ging später zu den Großeltern nach Zagreb, schaffte es zum Profi bei Dinamo und landete via Inter Mailand bei Real Madrid.
Die Erfolgsgeschichte der Schülerliga begann auf Initiative von Ex-Teamchef Leopold Stastny, das erste Finale fand 1976 im neu eröffneten Hanappi-Stadion statt. Beim Finale 2007 reifte auch die Idee, eine Schülerliga für Mädchen zu veranstalten. 2009 wurde die erste Bundesmeisterschaft ausgetragen.
Mädchen dürfen aber auch bei den Burschen mitspielen. Lara Felix gelang im Vorjahr ein Kunststück, sie holte mit der Polgarstraße beide Bundestitel und erzielte bei Mädchen und Burschen jeweils das entscheidende Tor.

Finale 2017: Linz-Kleinmünchen - Wals-Viehhausen

Rekordsieger Sport-NMS Linz-Kleinmünchen und die NMS Wals-Viehhausen bestreiten am Donnerstag das diesjährige Finale (10.25 Uhr in Neusiedl am See). Die Oberösterreicher setzten sich im Halbfinale gegen die SMS Graz Bruckner mit 2:0 durch. Die Salzburger schlugen die NSMS 10 Wendstattgasse aus Wien mit 3:2.