Sevilla-Kapitän Ivan Rakitic durfte den Pokal als Erster in den Händen halten.

© REUTERS/STEFANO RELLANDINI

Fußball
05/14/2014

Sevilla gewinnt die Europa League

Die Spanier besiegen nach 120 torlosen Minuten Benfica Lissabon mit 4:2 im Elfmeterschießen.

von Alexander Huber

Ausgerechnet ein Portugiese wurde gegen den portugiesischen Gegner im Finale der Europa League zum Helden der Spanier: Der FC Sevilla gewinnt in Turin nach 120 Minuten ohne Treffer, weil Tormann Beto im Elfmeterschießen zwei Mal ins richtige Eck flog.

4:2 (0:0) für Außenseiter Sevilla – damit geht Benficas unglaublicher Fluch in die Verlängerung.

Begonnen hatte dieser Fluch, als Erfolgstrainer Bela Guttmann Benfica nach dem Meistercup-Titel 1962 im Streit verlassen hatte. Guttmann, der auch das österreichische Nationalteam trainiert hat, prophezeite den Portugiesen, sie würden in Europa ohne ihn 100 Jahre lang nichts gewinnen. Bei mittlerweile acht verlorenen Finalspielen (zuletzt gegen Chelsea 2013) wurde seither an den 1981 gestorbenen und in Wien begrabenen Ungarn gedacht.

Der FC Sevilla hatte mit Max Merkel ebenfalls einen erfolgreichen Trainer mit Österreich-Bezug, der Klub repräsentiert freilich das Gegenteil dieser Final-Phobie: 2006 und 2007 folgte auf den Einzug in das UEFA-Cup-Finale auch der Titelgewinn.

In der Anfangsphase war Sevilla gefährlicher, aber auch aggressiver. Gleich zwei gelbe Karten zeigte Schiedsrichter Brych in den ersten zwölf Minuten.

Juve schaute zu

Danach dominierte die Taktik und der Sicherheitsgedanke. Bis zur 45. Minute, dann wurde es hitzig. Zuerst scheiterte Benficas starker Flügelspieler Maxi Pereira an Tormann Beto, dann hofften die Fans aus Lissabon vergeblich auf einen Elfmeterpfiff. Dieser späte Schwung wurde in die zweite Hälfte mitgenommen. Spätestens jetzt hätte sich das Endspiel mehr als die 33.000 gekommenen Zuschauer verdient. Wenn Benfica im Semifinale mit dem Erfolg gegen Juventus nicht ein Heim-Finale der Turiner verhindert hätte, wäre das Juve-Stadion natürlich ausverkauft gewesen.

Wieder war es Pereira, der Sevillas Defensive durcheinander wirbelte. Innerhalb von Sekunden legte der Spieler aus Uruguay in Minute 48 zwei Top-Chancen auf. Beide Male warf sich Verteidiger Pareja in die vielversprechenden Schüsse.

Hatte Sevilla das Glück wirklich noch nicht überstrapaziert? Nur weil die UEFA Malaga und Vallecano wegen finanzieller Probleme gesperrt hatte, gab es das Europacup-Ticket. Nach einem 0:3 gegen Lokalrivale Betis schien es verspielt. Doch im zweiten Sevilla-Derby wurde das 0:3 aufgeholt und im Elfmeterschießen triumphiert. Genauso spannend war es im Semifinale nach dem 2:0 gegen Valencia. 0:3 lagen die Andalusier im Rückspiel zurück, ehe Mbia in Minute 94 mit dem 1:3 die Reise nach Turin buchte.

Dort wurde Sevilla nur gefährlich, wenn Reyes vor das Tor kam (53., 61.). In der 84. Minute probierte es Benficas Lima aus der Ferne mit Gewalt, Beto konnte abwehren. Garay ließ in der Nachspielzeit den Matchball aus. Aus einem Konter wurde Sevillas Stürmer Bacca in der 101. Minute gefährlich, verzog jedoch. Benfica fiel nicht mehr viel ein, deshalb gab es erstmals seit 2000 (Galatasaray gegen Arsenal) im Finale des "kleineren" Europacups nach einem 0:0 ein Elfmeterschießen.

Und Beto wurde zum Helden – Cardozo und Rodrigo scheiterten vom Punkt.

FC Sevilla - Benfica Lissabon 4:2 i.E. (0:0)

Turin, Juventus Stadium, 33.120 Zuschauer, SR Felix Brych (GER)

Elfmeterschießen:
0:1 Lima trifft
1:1 Bacca trifft
1:1 Cardozo vergibt (gehalten)
2:1 Mbia trifft
2:1 Rodrigo vergibt (gehalten)
3:1 Coke trifft
3:2 Luisao trifft
4:2 Gameiro trifft

Sevilla: Beto - Coke, Pareja, Fazio, Moreno - Mbia, Carrico - Reyes (78. Marin/104. Gameiro), Rakitic, Vitolo (110. Figueiras) - Bacca

Benfica: Oblak - Maxi Pereira, Luisao, Garay, Siqueira (99. Cardozo) - Sulejmani (25. Andre Almeida), Andre Gomes, Amorim, Gaitan (119. Cavaleiro) - Rodrigo, Lima

Gelbe Karten: Fazio, Moreno, Coke bzw. Siqueira, Andre Almeida

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