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10.12.2015

Rapid schlägt Minsk und sichert sich den Gruppensieg

Ein 2:1-Sieg reicht den Hütteldorfern für Platz eins, weil Gruppenfavorit Villarreal in Pilsen 3:3 spielt.

Drei Heimspiele, drei Siege. Rapid machte das Versprechen von Präsident Michael Krammer wahr: die Europa League wurde gerockt.

Das 2:1 gegen Minsk war der fünfte Erfolg in der sechsten Partie. Weil Villarreal im Parallelspiel in Pilsen nur zu einem 3:3 kam, kommt der Gruppensieger sensationellerweise aus Hütteldorf.

Außerdem wurde neben den 250.000 Euro für den Aufstieg viel Geld verdient: 360.000 Siegprämie und 250.000 extra für den Gruppensieg. Am 18. und 25. Februar 2016 geht es in der K.o.-Runde der letzten 32 weiter.

Die Partie hatte ihren ersten Höhepunkt nach zwölf Minuten: über drei Ränge und die gesamte Kurve erstreckte sich eine Choreographie der Rapid-Fans. Sekunden zuvor war Florian Kainz erstmals durchgebrochen, brachte den Stanglpass aber nicht an den Mann, der Deni Alar hieß. Der Edeljoker durfte am rechten Flügel beginnen, weil gleich vier Stammspieler verletzt fehlten.

Zusätzlich wurden Stefan Stangl und Philipp Prosenik anfangs noch für den Sonntagsschlager in Salzburg geschont.

Wie Minsk die Salzburger im August aus dem Europacup verabschieden konnte, zeigte sich in der 16. Minute: flott wurde gekontert, schnörkellos war der Abschluss von Korzun. Der zuletzt fehlerhafte Tormann Richard Strebinger hielt sein Knie erfolgreich entgegen.

Nach einem Doppelpass von Thanos Petsos mit Steffen Hofmann wurde der Grieche im Strafraum gefoult. Der Kapitän übernahm Verantwortung, schoss aber nicht wie bei Minsk das erste Tor. Hofmann scheiterte ausgerechnet in seinem 70. Europacup-Spiel an Gutor. Der Dinamo-Goalie hatte schon Salzburg entnervt – damals vergaben drei Bullen.

Auch einen Kopfball von Max Hofmann aus kurzer Distanz hielt Gutor noch , doch den Abpraller versenkte der "kleine" Hofmann zum 1:0 nach 29 Minuten.

Trotz 63 Prozent Ballbesitz waren die Hütteldorfer nicht souverän. Wieder gab es einen schnellen Gegenangriff der Weißrussen, Korytko traf die Stange (41.).

Hin und her

Deswegen war Rapid zur Pause an der Tabellenspitze – in Pilsen stand es bei Viktoria gegen Villarreal 1:1.

In Minute 59 endete eine wunderbare Kombination bei Mario Pavelic, der für Matej Jelic durchsteckte. Mit seinem ersten Europacup-Tor für Rapid stellte der Mittelstürmer auf 2:0 (59.).

Entschieden war damit vor 34.800 Fans noch nichts, weil der eben eingewechselte El Monir Pavelic davon lief und elegant vollendete – 2:1 (64.). Auch in Pilsen ging es hin und her – es stand 2:2.

Im Prater schaltete Minsk auf Offensive, Rapid blieb aber die gefährlichere Mannschaft. Erst im Finish wurde etwas gezittert – auch wegen Villarreal. Als der 3:3-Endstand aus Tschechien verkündet wurde, erinnerte der Jubel im Happel-Stadion an Meisterfeiern.

Abschlusstabelle der Gruppe E:

1.

Rapid Wien

6

5

0

1

10:6

15

*

2.

Villarreal

6

4

1

1

12:6

13

*

3.

Viktoria Pilsen

6

1

1

4

8:10

4

4.

Dinamo Minsk

6

1

0

5

3:11

3

 * = in der K.o.-Phase (Runde der letzten 32)

Rapid - Dinamo Minsk 2:1

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 34.800, SR Alijar Aghajew (AZE)

Tore:
1:0 (29.) M. Hofmann
2:0 (59.) Jelic
2:1 (64.) El-Monir

Rapid: Strebinger - Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Auer - Petsos, Schwab - Alar (80. Stangl), S. Hofmann (65. Grahovac), F. Kainz - Jelic (72. Prosenik)

Dinamo Minsk: Gutor - Begunow, Politewitsch, Bangura, Witus - Korytko (85. Bulyga), Korzun, Premudrow (61. Woronkow), Adamovic (64. El Monir) - Udoji, Beciraj

Anmerkung: S. Hofmann scheiterte mit Foulelfmeter an Gutor (21.)

Gelbe Karten: Auer bzw. keine

Barisic: "Ich habe Riesenrespekt vor meiner Mannschaft"

Zoran Barisic: "Es ist phänomenal, wie sich die Mannschaft in diesem Europacupjahr präsentiert hat. Sie hat abgesehen von den guten Ergebnissen auch gute Performances abgeliefert. Der Gruppensieg ist etwas ganz Besonderes, wurde von uns als Rapid noch nicht erreicht. Ich habe Riesenrespekt vor meiner Mannschaft, die Spieler können sehr stolz auf sich sein. Es war sehr harte Arbeit, wir waren in einigen Phasen unkonzentriert, das Gegentor war mehr als unnötig, da hätten wir uns cleverer anstellen müssen. Trotzdem ist die Mannschaft danach stabil geblieben, hat versucht, das Resultat über die Bühne zu bringen und das ist gelungen."

Maximilian Hofmann: "Der Gruppensieg war unser großes Ziel. Wir haben gehofft, dass Villarreal etwas liegen lässt. Für uns als Mannschaft ist das ein großer Erfolg. Jeder Einzelne kann stolz sein."

Thanos Petsos: "Wir freuen uns extrem über die 15 Punkte und dass wir Gruppensieger geworden sind. Es war auch heute ein schweres Stück Arbeit, aber ich denke, wir sind verdient Erster geworden. Es ist eine Bestätigung für die Arbeit, die wir geleistet haben. Ich denke, dass jeder darauf stolz sein kann. Es ist mir relativ egal wer kommt, ich denke, wir können noch einiges erreichen. Wir werden sehen, welches Los wir bekommen."

Vuk Rasovic (Minsk-Trainer): "Leider war für uns schon vor dem Spiel alles entschieden. Wir haben unser Möglichstes getan, um noch einmal zu punkten, aber es hat nicht gereicht."