Sport | Fußball
05.11.2015

Rapid fixiert den Aufstieg in der Europa League

Die Wiener gewinnen in Pilsen auch das vierte Gruppenspiel und stehen im Sechzehntelfinale.

20 Jahre nach dem legendären 4:0 gegen Sporting Lissabon mit den damaligen Spielern Zoran Barisic und Carsten Jancker darf Rapid wieder im Europacup überwintern. Die Kulturhauptstadt Europas 2015 wurde in der vierten Runde der Europa League zur Fußballhauptstadt der Hütteldorfer.

Rapid schenkte Pilsen mit dem vierten Sieg in Folge ein, der Urquell des Erfolgs war Philipp Schobesberger mit einem Doppelpack.

Wie beim 3:2 in Wien kontrollierte Rapid zu Beginn die flotte Partie. Anders als beim ersten Duell brachte der erste Torschuss auch die Führung. Kainz war von rechts in die Mitte gezogen und spielte nach links, perfekt in den Lauf von Philipp Schobesberger. Der 21-Jährige verzögerte gegen Tormann Kozacik geschickt und brachte den Ball zum 1:0 im Netz unter (13.).

Barisic hatte die beiden Flügel zur Überraschung von Pilsen bis zum ersten Tor ihre Seiten wechseln lassen.

Hin und her

Die Offensivstärke des tschechischen Meisters war trotzdem nicht immer zu unterbinden. Auf den ersten gefährlichen Stanglpass in Minute 16 folgten weitere Chancen auf den Ausgleich. Horava mit einem Volley (32.) und Kovarik (38.) verfehlten ihr Ziel knapp.

Zu diesem Zeitpunkt hätte Rapid allerdings schon für mehr Ruhe sorgen können. Nach einem wunderbaren Lochpass von Schwab kam es zum zweiten Duell von Schobesberger mit dem slowakischen Teamtormann. Der folgende Schupfer ging zwar an Kozacik, aber auch am Tor vorbei (23.).

Pilsen - Rapid in Bildern:

UEFA EUROPA LEAGUE: FC VIKTORIA PILSEN - SK RAPID

CZECH REPUBLIC SOCCER UEFA EUROPA LEAGUE

CZECH REPUBLIC SOCCER UEFA EUROPA LEAGUE

UEFA EUROPA LEAGUE: FC VIKTORIA PILSEN - SK RAPID

UEFA EUROPA LEAGUE: FC VIKTORIA PILSEN - SK RAPID

UEFA EUROPA LEAGUE: FC VIKTORIA PILSEN - SK RAPID

FBL-EUR-C3-PLZEN-RAPID

UEFA EUROPA LEAGUE: FC VIKTORIA PILSEN - SK RAPID

UEFA EUROPA LEAGUE: FC VIKTORIA PILSEN - SK RAPID

Drei Minuten später wurde Schobesberger 20 Meter vor dem Tor gefoult. Erinnerungen an den Freistoßtreffer von Hofmann gegen Donezk wurden wach. Doch nach zuletzt vier Europacup-Spielen in Folge als Torschütze endete die Serie des Kapitäns.

Wie auf dem Feld ging es auch auf den Tribünen hin und her. Neben den 600 Rapid-Fans im ausverkauften Gästeblock sorgten noch rund 300 Österreicher, die auf der Haupttribüne Tickets ergattert hatten, für Stimmung. 10.800 Tschechen hielten stimmlich dagegen. Es blieb friedlich – anders als vor dem Spiel in der Stadt, bei einem kurzen Zusammenstoß von Rapidlern mit der tschechischen Polizei.

Abwehrschlacht

Nach 51 Minuten musste Hofmann mit einer Muskelverletzung raus, für ihn kam der defensivere Grahovac.

Weil der Bosnier im Konter nach Schwab-Pass vergab (55.), blieb es brenzlig. Viktoria erhöhte den Druck. Dass Pilsen seit der Bestellung von Trainer Krejci zuhause alle Heimspiele gewonnen hatte, wurde nun verständlicher.

Während der Rot-gefährdete Dibon raus musste, brachten die Gastgeber mit Holenda einen zweiten Mittelstürmer. Sekunden nach einem Stangenschuss des Neuen flog die nächste Flanke in den Strafraum. Holenda verwerte eine Kopfball-Vorlage direkt zum 1:1 (71.).

Pilsen drückte weiter an – und Rapid konterte. Nach einem Schwab-Pass lief Schobesberger wieder auf Kozacik zu, rutschte aus und drückte den Ball im Fallen mit links doch noch über die Linie. Ein kurioser, aber besonders wertvoller Treffer (Das Netz feiert Schobesbergers Slapstick-Tor).

Nach einem feinen Novota-Reflex (84.) hätte Schobesberger im Finish sogar noch seine Tore drei und vier erzielen können. Einerlei.

Gegen Villarreal (2:1-Sieg bei Minsk) geht es am 26. November um den Gruppensieg.

(aus Pilsen)

Pilsen - Rapid 1:2 (0:1)

Pilsen, Doosan Arena, 11.691, SR Luca Banti (ITA)

Tore:
0:1 (13.) Schobesberger
1:1 (71.) Holenda
2:1 (77.) Schobesberger

Pilsen: Kozacik - Rajtoral (81. Mahmutovic), Hejda, Prochazka, Limbersky - Horava, Hrosovsky - Petrzela (63. Kopic), Kolar (70. Holenda), Kovarik - Duris

Rapid: Novota - Pavelic, Sonnleitner, Dibon (67. M. Hofmann), Stangl - Petsos, Schwab - Schobesberger, S. Hofmann (51. Grahovac), F. Kainz - Prosenik (79. Jelic)

Europa League: Ergebnisse & Tabellen

Barisic: "Die Mannschaft hat Historisches geleistet"

Zoran Barisic: "Mir fehlen die Worte. Ich bin überglücklich und sehr stolz, dass ich ein kleiner Teil davon sein kann. Die Mannschaft macht Spaß. Jeder ist über seine Grenzen gegangen, physisch und mental. Wir hatten einige angeschlagene Spieler in unseren Reihen, von denen die Öffentlichkeit nichts gewusst hat. Wir sind überglücklich, dass wir vier Siege einfahren konnten. In der zweiten Halbzeit haben wir gewusst, dass uns Räume zu Verfügung stehen werden, und wir haben einige Torchancen gehabt. An der Effizienz werden wir weiterhin arbeiten."

Philipp Schobesberger: "Ich wollte eigentlich rechts vorbeigehen, bin dann aber ausgerutscht. Irgendwie ist der Ball dann vom linken Fuß ins Tor gegangen. Es ist egal, wie er reingeht. Die Partie war sehr, sehr intensiv. Wir sind teilweise sehr tief gestanden. Der Gegner hat alles getan, um uns hinten reinzudrücken. Ich habe am Anfang etwas gebraucht, bis ich in die Saison reinkomme, aber jetzt bin ich gut drin. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft jetzt wieder mit Toren helfen kann."

Steffen Hofmann: "Es ist wunderschön, vor allem nach vier Spieltagen. Damit war nicht zu rechnen. Ich war gestern schon angeschlagen und habe versucht, so lange wie möglich durchzuhalten. Es ist wunderschön, dass wir weitergekommen sind. Es war ein schwieriges Spiel für uns. Wir haben ein super Ende gehabt. Wir hätten im Konter noch mehr Tore machen können, aber wir sind sehr glücklich."

Stefan Schwab: "Das hätte keiner geglaubt. Wir haben acht Spiele international gemacht und nur eines verloren. Und die Gegner waren alles keine Nasenbohrer. Das zeigt schon von Klasse. Sie haben viel Druck gemacht, wir haben aber gute Konter gefahren. Das ist das Karriere-Highlight für fast jeden Spieler von uns. Wir müssen das heute natürlich ein bisschen genießen. Ich glaube, da kann ganz Österreich auf uns stolz sein."

Karel Krejci (Pilsen-Trainer): "Uns hat die Qualität im Angriff gefehlt. Und wir haben nach hinten Probleme gehabt und dem Gegner immer wieder Konter ermöglicht. Die Situation ist jetzt nicht gut für uns. Die Qualität von Villarreal und Rapid war besser. Die bessere Form hat entschieden. Die Spiele gegen Rapid sind durch Fehler von uns entschieden worden. Uns hat die Effizienz im Angriff gefehlt."