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28.08.2017

Neues ManUnited mit alter Stärke

Im zweiten Jahr unter Mourinho kommt Manchester United immer besser in Schuss.

José Mourinho hat eine stolze Serie zu verteidigen: Egal, ob in Porto (2003), in London bei Chelsea (2006), in Mailand bei Inter (2010), in Madrid bei Real (2012), oder ein weiteres Mal in London bei Chelsea (2015) – mit seinen letzten fünf Klubs wurde der Startrainer jeweils im zweiten Jahr Meister.

Nach drei Runden in der englischen Premier League lässt sich ankündigen: Mourinho wird auch in Manchester bei United Chancen haben, das zweite Jahr zu seinem zu machen. Der Traditionsverein führt die Tabelle mit dem Maximum von neun Punkten und dem beeindruckenden Torverhältnis von 10:0 an.

Samstagabend sahen 75.021 Zuschauer im wie immer vollen Old Trafford einen überzeugenden, durchaus meisterlichen Auftritt beim 2:0-Sieg gegen Leicester.

Österreichs Ex-Teamkapitän Christian Fuchs verteidigte links für den Meister des Jahres 2015 ordentlich, hatte Manchesters rechte Seite mit Mata und Valencia zumeist im Griff, Kraft für die Offensive blieb aber nicht. Denn United übte Dauerdruck aus, defensiv standen die Hausherren wie alle Teams von José Mourinho gut – nur die Führung ließ auf sich warten.

Einziges Manko

Das ist wohl der einzige Punkt, der nicht "klassisch Mourinho" ist: Eigentlich hätten die "Red Devils" die Partie viel früher entscheiden müssen. Aber die legendäre Effizienz von vielen 1:0-Siegen mit dem FC Chelsea fehlt (noch).

Auffällig beim "neuen" United ist, dass verschiedene Stile abgerufen werden können: In Hälfte eins wurde versucht, in der Mitte Paul Pogba freizuspielen. Doch der Superstar schoss nur scharf, nicht genau. Sechs (!) Torschüsse des Franzosen in lediglich 30 Minuten brachten dennoch nicht die Führung. Nach der Pause wurde das Spiel weg vom überragenden neuen Abräumer Matic in die Breite gezogen und hauptsächlich über die rechte Seite von Leicester City angegriffen.

Starke Bank

Mit dem Esprit der starken Bank wurde nach dem verschossenen Elfmeter von Lukaku (52.) die Partie entschieden: Joker Rashford traf zum 1:0 (70.). Der zweite Wechselspieler Lingard legte das 2:0 für den dritten Neuen, Fellaini, auf (82.).

"Wir schaffen es, die Probleme der letzten Saison Stück für Stück von uns wegzuschieben", sagte Startrainer Mourinho danach.

Und die 75.000 feierten mit dem weiten Blick nach vorne: Der Erwartung des ersten Meistertitels nach der Erfolgsära von Trainerlegende Sir Alex Ferguson.