Sport | Fußball
28.09.2017

Letzte Kaderbekanntgabe: Zwei Neue im ÖFB-Team

Der Schweizer holt für die WM-Quali-Spiele gegen Serbien und Moldau Pavao Pervan und Hannes Wolf ins Team.

Der scheidende österreichische Teamchef Marcel Koller hat zu seiner letzten Kaderbekanntgabe geladen. Für die letzten beiden Spiele in der WM-Qualifikation gegen Serbien (6. Oktober in Wien) und Moldau (9. Oktober in Chisinau) hat der Schweizer zwei Debütanten ins Team einberufen: LASK-Goalie Pavao Pervan und Salzburg-Youngster Hannes Wolf.

Bei der Pressekonferenz in Wien stand aber ein anderes Thema im Mittelpunkt. Koller nahm erstmals öffentlich dazu Stellung, dass der ÖFB seinen mit 31. Dezember dieses Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängert. "Ich werde mich sicher nicht hängenlassen und alles rausholen", versprach der 56-Jährige.

Selbiges erwartet der Coach auch von seinen Kickern, obwohl die Teilnahme an der WM 2018 in Russland verpasst wurde. "Es ist sehr wichtig für den österreichischen Fußball und für jeden Spieler, dass sie sich nicht hängenlassen. Sie sollen nicht glauben, der Alte da vorne ist eh nicht mehr lange dabei. Da werde ich einschreiten."

Kleiner Seitenhieb

In seinen ÖFB-Länderspielen Nummer 53 und 54 fungiert Koller als Teamchef mit Ablaufdatum. Diese Rolle hätte er sich gerne erspart - etwa dadurch, dass die ÖFB-Führung die Entscheidung über die Nicht-Verlängerung des Vertrags zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben hätte. "Vielleicht wäre es besser gewesen, es nach diesen zwei Spielen zu tun."

Konkrete Vorwürfe machte der Noch-Teamchef dem ÖFB aber nicht. Der Verband habe sich "absolut korrekt" verhalten. "Das Präsidium hat entschieden, den Weg nicht weiterzugehen. Das war's."

Leichter Unmut über die Aktionen von Präsidiumsmitgliedern klang dann aber doch durch. "Es könnte auch anders gehen", meinte Koller, als er auf die zahlreichen Wortmeldungen von Landeschefs schon vor der Sitzung am 15. September in Gmunden angesprochen wurde. Ihm selbst sei es in seinen sechs Jahren bei der Mannschaft wichtig gewesen, dass nicht jeder seine Meinung nach außen trägt.

Die Frage, ob er sich selbst einen längeren Verbleib in Österreich hätte vorstellen können, ließ Koller unbeantwortet. Er hätte sich drüber nach den Oktober-Partien Gedanken gemacht, meinte der Schweizer.

Lob für Ruttensteiner

Nun muss sich der Teamchef darüber Gedanken machen, ob er im für 14. November angedachten Testspiel samt einwöchigem Trainingslager noch im Amt sein wird. "Mein Vertrag läuft bis Dezember, alles andere ist im Moment Spekulation. Wenn sie (Anm.: ÖFB-Spitzen) einen Ersatzteamchef haben, werden sie wahrscheinlich kommen. Aber aktuell ist das wahrscheinlich nicht der Fall, also gehe ich davon aus, dass ich im November dabei bin", erklärte Koller.

Während der Abschied des Schweizers beschlossene Sache ist, gilt die Zukunft von ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner als ungeklärt. Eine Trennung vom Oberösterreicher wäre für Koller unverständlich. "Er hat immer wieder gute Ideen und hat den ÖFB weitergebracht." Eventuell wäre die Einführung eines A-Team-Managers sinnvoll, um den Sportdirektor des Verbandes zu entlasten, so Koller.

Lob für Neue

Verbandsstrukturen interessieren den Coach aber weit weniger als sein aktueller Kader, in dem es einmal mehr nur minimale Veränderungen gab. So rückte Pervan anstelle von Mattersburg-Keeper Markus Kuster ins Aufgebot. "Wir wollen seine guten Leistungen honorieren", sagte Koller über den LASK-Schlussmann. Zu Kuster meinte der Teamchef: "Er braucht noch ein bisschen Zeit, war ab und zu nervös."

Große Stücke hält Koller auf Neuling Wolf. "Er ist seit Wochen in guter Form und ein interessanter Spieler, der sich gut zwischen den Linien bewegt. Er ist einer der wenigen in Österreich, die regelmäßig Tore schießen, und wird ein Zukunftsspieler für Österreich sein", prophezeite Koller. Wolf gewann im Frühjahr mit den "Jung-Bullen" die Youth League und absolvierte bei Salzburg in dieser Saison 17 Pflichtspiele, in denen er es auf fünf Treffer und sechs Assists brachte.

Der 23-Mann-Kader:

Tor: Daniel Bachmann (FC Watford/0 Länderspiele), Heinz Lindner (Grasshopper Zürich/13), Pavao Pervan (LASK/0)

Abwehr: Moritz Bauer (Rubin Kasan/1), Kevin Danso (FC Augsburg/2), Aleksandar Dragovic (Leicester City/59/1 Tor), Martin Hinteregger (FC Augsburg/27/2), Stefan Lainer (Red Bull Salzburg/3/0), Philipp Lienhart (SC Freiburg/0), Maximilian Wöber (Ajax Amsterdam/0)

Mittelfeld: David Alaba (Bayern München/59/11), Marko Arnautovic (West Ham United/64/15), Julian Baumgartlinger (Bayer Leverkusen/56/1), Florian Grillitsch (1899 Hoffenheim/3/0), Martin Harnik (Hannover/68/15), Stefan Ilsanker (RB Leipzig/25/0), Florian Kainz (Werder Bremen/3/0), Marcel Sabitzer (RB Leipzig/28/4), Louis Schaub (Rapid Wien/3/1), Hannes Wolf (Red Bull Salzburg/0)

Angriff: Guido Burgstaller (Schalke/11/0), Michael Gregoritsch ( FC Augsburg/4/0), Marc Janko (Sparta Prag/65/28)

Auf Abruf: Markus Kuster (SV Mattersburg/0), Jörg Siebenhandl (Sturm Graz/0) - Florian Klein (Austria Wien/45/0), Dario Maresic (Sturm Graz/0), Dominik Wydra (Erzgebirge Aue/0), Stefan Hierländer (Sturm Graz/0), Christoph Knasmüllner (FC Admira/0), Konrad Laimer (RB Leipzig/0), Maximilian Sax (FC Admira/0), Philipp Schobesberger (Rapid/0), Deni Alar (Sturm Graz/0), Lukas Hinterseer (VfL Bochum/12/0)