Sport | Fußball
26.09.2017

Champions League und LaLiga künftig ohne Barça?

Eine Loslösung Kataloniens von Spanien brächte eine ungewisse Zukunft. Laut Gesetz dürfen nur Klubs aus Andorra in Spanien mitspielen.

Lionel Messi hüllt sich zum heiklen Thema in Schweigen. Der Countdown zum umstrittenen Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens bringt aber den Superstar und die anderen Fußballer des FC Barcelona sicher ins Grübeln. Denn die von den Separatisten angestrebte Loslösung von Spanien würde den Klub ins Ungewisse stürzen. Finden die Champions League und LaLiga künftig ohne Messi und Co. statt?

Der Boss der spanischen Profi-Liga, Javier Tebas, gab darauf dieser Tage eine klare Antwort: "Nach dem spanischen Sportgesetz gibt es nur einen Staat, dessen Teams auch in den spanischen Ligen mitspielen können, und das ist (das Fürstentum) Andorra." Das Gesetz kann zwar im Madrider Parlament geändert werden. Aber Tebas bemerkte skeptisch, man werde schauen müssen, "ob die Parteien zustimmen".

Klub signalisierte Zusammenhalt

Es würde sogar noch schlimmer kommen: Da die Katalanen die Unabhängigkeit gegen den Willen der Zentralregierung in Madrid verkünden wollen, würde ein katalanischer Verband zumindest in der ersten Phase nach der Loslösung laut Tebas nicht damit rechnen können, vom Weltverband FIFA oder dem Europa-Verband UEFA anerkannt zu werden. Auch Champions League ade also.

Der Klub hat sich dennoch mit der Regionalregierung, die das Referendum am Sonntag ungeachtet eines Justizverbots durchführen will, solidarisch erklärt. Das Credo vieler in Katalonien: "Ohne Madrid sind wir besser dran!"

In einer katalanischen Liga würden Messi und Andres Iniesta aber nicht mehr gegen Real Madrid, Atletico oder Valencia antreten. Die großen Rivalen hießen dann Espanyol Barcelona und FC Girona (beide heute in der Primera Division) sowie Gimnastic Tarragona und FC Reus, die in der zweiten Liga kicken.

"Es geht um Demokratie"

Befürworter der Unabhängigkeit - oder zumindest einer verbindlichen Abstimmung über die Abspaltung von Spanien - gibt es in Barcelona nicht nur in der Politik, bei Künstlern wie Startenor Jose Carreras und Unternehmern. Zu ihnen gehört auch der frühere Bayern-Trainer Pep Guardiola. "Es geht nicht um Unabhängigkeit, es geht um Demokratie", sagte er kürzlich.

Katalonien hat übrigens eine eigene "Nationalmannschaft". Und das schon seit Jahrzehnten. Das erste Länderspiel ging 1912 in Paris gegen Frankreich mit 0:7 verloren. Kein Geringerer als der im Vorjahr gestorbene Johan Cruyff war zwischen 2009 und 2013 Trainer der "Seleccio Catalana".