Andreas Ivanschitz darf sich nun US-Champion nennen.

© APA/AFP/COLE BURSTON

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12/11/2016

Ivanschitz wurde als erster Österreicher MLS-Meister

Der eingewechselte Ex-Teamkapitän verwandelt für Seattle im Elferschießen.

Die Seattle Sounders haben erstmals die Meisterschaft in der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) gewonnen. Am Samstagabend (Ortszeit) besiegte die Mannschaft mit Ex-ÖFB-Teamkapitän Andreas Ivanschitz Toronto FC mit 5:4 nach Elfmeterschießen. "Unwirklich!!! MLS Cup Champions", schrieb der Burgenländer auf Twitter. Zum Helden im BMO Field von Toronto avancierte der Schweizer Stefan Frei.

In der regulären Spielzeit und der Verlängerung gab es zwischen den beiden Teams keine Treffer. Dafür sorgte in einem Final-Thriller hauptsächlich Torhüter Frei, der nach der Partie zum MVP, zum besten Spieler des Spiels, gewählt wurde. Ivanschitz kam in der 73. Minute für den wirkungslos gebliebenen Stürmer Nelson Valdez in die Partie und verwertete später den zweiten Seattle-Elfmeter in die rechte untere Ecke.

Vor 36.045 Zuschauern bei Minusgraden drückte aber Frei, der von 2009 bis 2013 für Toronto spielte, dem Match seinen Stempel auf. Der Sounders-Keeper, der schon vor dem Penaltyschießen zahlreiche Paraden gezeigt hatte, wehrte den Versuch von US-Teamkapitän Michael Bradley ab. Später schoss Torontos Justin Morrow an die Latte und verhalf damit dem Außenseiter zum größten Triumph der Clubgeschichte. Den entscheidenden Elfmeter für Seattle verwandelte Abwehrspieler Roman Torres.

"Es ist mir egal, wo es passiert ist: Wir haben Sounders-Geschichte geschrieben", sagte der 1,91 Meter große Frei nach dem Titelgewinn. "Natürlich brauchten wir etwas Glück, aber das gehört dazu. Jetzt wird gefeiert." Der heute 30-Jährige, ein Cousin zweiten Grades von Ex-Dortmunder Alex Frei, zog 2001 aus St. Gallen aus, um den nordamerikanischen Fußball zu erobern.

Sieg ohne Torschuss

Seattle ist das erste Team in 21 Auflagen des MLS-Cups, das ohne einen Schuss auf das Tor des Gegners nach der Partie den Pokal in die Höhe stemmen konnte. Die Offensive um den früheren Deutschland-Legionär Valdez (Werder Bremen, Borussia Dortmund) und US-Youngster Jordan Morris fand im Grunde nicht statt. "Irgendjemand hat mal gesagt: Die Defensive gewinnt Meisterschaften", sagte Coach Brian Schmetzer grinsend.

Es passt aber zur Geschichte der Sounders in dieser Spielzeit. Mitte der Saison war das Team in der Tabelle abgeschlagen im unteren Bereich. Die Play-offs waren in weite Ferne gerückt. Nachdem Trainer Sigi Schmid Mitte Juli gehen musste, übernahm Schmetzer den Posten und führte Seattle mit einer Siegesserie noch in die K.o.-Runde - bis hin zum Titelgewinn.

"Jeder hat alles gegeben, hat mit Herz gespielt, aber wir wurden nicht belohnt. So ist Sport, so ist das Leben", betonte Torontos Kapitän Bradley. Kanada muss weiter auf seinen ersten MLS-Champion warten.

Ivanschitz ist der erste MLS-Sieger aus Österreich und zudem der erste Österreicher, der in einem Finale auch zum Einsatz kam. In seiner Karriere ist es nach der österreichischen Meisterschaft 2005 mit Rapid der zweite Titel für den 33-Jährigen.

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