Sport | Fußball
13.07.2017

Fußball in Europa: 24,6 Milliarden Umsatz im Jahr

Laut Deloitte werden 0,65 Prozent davon in Österreich erwirtschaftet. Spitzenreiter ist die deutsche Bundesliga.

Das ist etwas für das Selbstbewusstsein der deutschen Fußballer: "Wir sind Weltmeister! Auch bei den Fans...", schreibt die Bild-Zeitung. Bereits zum 26. Mal präsentiert die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte den Annual Review of Football Finance, der die zentralen Finanzzahlen des internationalen Profifußballs für das Geschäftsjahr 2015/’16 analysiert. "Mit einem Zuschauerschnitt von 42.421 pro Spiel ist sie in dieser Hinsicht die klare Nummer eins im Weltfußball", heißt es im aktuellen Jahresbericht über die Deutsche Bundesliga.

Deloitte untersuchte für die Saison 2015/’16 auch kleinere Ligen, darunter jene in Österreich (Bundesliga), den Niederlanden, Dänemark, Schottland, Schweden und Polen.

24,6 Milliarden Euro wurden in der Saison 2015/2016 auf dem europäischen Fußballmarkt umgesetzt. Das sind um rund 13 Prozent mehr als in der Vorsaison (21,8 Mrd.).

13,4 Milliarden Euro wurden von den sogenannten Big-Five-Ligen (England, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich) umgesetzt, das sind 54 Prozent des Marktvolumens und um 1,4 Milliarden Euro mehr als zuletzt.

4,87 Milliarden Euro Umsatz machte die englische Premier League, sie liegt damit wieder weit vor Deutschland (2,71 Milliarden/plus 13 Prozent), Spanien (2,4 Milliarden/plus 19 Prozent) und Italien (1,9 Milliarden/plus sieben Prozent). Jeder englische Klub erwirtschaftete im Schnitt 243 Millionen Euro.

3,05 Milliarden Euro erhielten die Spieler in der englischen Premier League, das sind 63 Prozent des Gesamtumsatzes. Die deutschen Bundesligaklubs zahlten um acht Prozent mehr als im Vorjahr, aber die 1,34 Milliarden Gehaltskosten sind nur 49 Prozent des Umsatzes. Die italienischen Klubs verringerten die Personalkosten von 72 auf 70 Prozent (1,34 Milliarden Euro).

161 Millionen Euro Umsatz machte die österreichische Bundesliga 2015/2016. Das ist eine Steigerung um 32 Millionen Euro im Vergleich zur Vorsaison. Allerdings kamen allein fünf Millionen Euro an UEFA-Prämien für Rapid Wien (Gruppensieger in der Europa League).

66 Prozent des Umsatzes der zehn Bundesligaklubs flossen in Gehaltskosten. Im Jahr davor waren es noch 78 Prozent gewesen. In Schottland wurden 67 Prozent des Umsatzes in Gehälter gepumpt, in Polen 59 Prozent, in den Niederlanden 58 Prozent, in Dänemark 56 Prozent und in Schweden gar nur 46 Prozent.

49 Prozent der Einnahmen der österreichischen Bundesligaklubs kommen von Sponsoren. Die Fernsehgelder machen 16 Prozent aus, die Ticketeinnahmen 14 Prozent.

26 Millionen Euro bekam die österreichische Bundesliga für die TV-Rechte, das ist – prozentuell und absolut – wenig im Vergleich zu Schottland (31 Millionen/21 Prozent der Einnahmen), Polen (58 Millionen/ 44 Prozent) und Dänemark (79 Millionen/39 Prozent).

35.800 Zuschauer waren im Schnitt bei jedem Spiel der englischen Premier League, das sind weniger als in Deutschland (42.421). Nur sechs Klubstadien fassen in England allerdings mehr als 50.000 Zuschauer. Deshalb wird fleißig gebaut und geplant (Tottenham, Chelsea, Bournemouth). West Ham United steigerte in seinem neuen Stadion den Zuschauerschnitt prompt um 60 Prozent auf 57.000 Fans.