Sport | Fußball
20.08.2017

HSV-Profi Müller erlitt beim Jubeln Kreuzbandriss

Beim HSV geht eine turbulente Woche zu Ende. Mit einer ungewöhnlichen Verletzung.

Es ist wie verflixt: Nichts klappt beim Hamburger SV. Ja, sogar der Torjubel geht daneben. Als Nicolai Müller nach dem frühen Siegestor (8.) zum 1:0 über den FC Augsburg zum Jubel ansetzte, drei eingesprungene Pirouetten drehte und dabei die Eckfahne umwarf, verdrehte er sich so sehr das Knie, dass das vordere Kreuzband riss. Die Konsequenz: sieben Monate Pause.

"Was für ein Schock", twitterte der HSV am Sonntag. Denn Müller ist sein torgefährlichster Mann. In der Vorsaison gelangen dem Ex-Nationalspieler fünf Treffer und sieben Vorlagen. Der HSV wird auf den Ausfall wohl reagieren. "Wir werden uns zusammensetzen und überlegen, welche Konsequenzen zu ziehen sind. Der Trainer muss sagen, was zu tun ist", kündigte HSV-Vorstandschef Heribert Bruchhagen im "Doppelpass" des TV-Senders Sport1 an.

Turbulente Zeit

Müllers grotesker Unfall und seine fatalen Folgen waren der passende Abschluss einer wieder einmal turbulenten Woche beim HSV. Begonnen hatte es fünf Tage zuvor mit der peinlichen Pokalpleite beim sieglosen Drittligisten VfL Osnabrück (1:3). Verrückt wurde das Treiben, als HSV-Investor und Klub-Aktionär Klaus-Michael Kühne zum Rundumschlag ausholte. Da wurde erst der Trainer abgewatscht, dann der Vorstand als Reisender "auf der falschen Chaussée" gerügt und schließlich Sportdirektor Jens Todt auch noch Unfähigkeit beim Verkauf gut verdienender Profis vorgeworfen. Zumindest, sagte Kühne, gebe Todt sich Mühe.

Die HSV-Verantwortlichen kochten, aber sie bissen sich auf die Zunge. Als der 80-jährige Kühne von seinem Anwesen auf Mallorca den HSV als Hort der "Luschen" sowie den Fünfjahresvertrag für Pierre-Michel Lasogga und dessen Gehalt als "Flop des Jahrhunderts" bezeichnete, platzte HSV-Chef Bruchhagen der Kragen. "Das ist nicht der Sprachgebrauch, den ich im Umgang miteinander erwarte. Ich kann es nicht akzeptieren, dass er eine solche Diktion wählt", rüffelte er den Milliardär bei Sky.

Beruhigung

Umso erleichterter sind Trainer, Sportchef und Vorstand, dass die Profis mit dem Sieg über Augsburg zu einer Beruhigung der aufgeheizten Atmosphäre beitrugen. Spieltechnisch lief zwar erschreckend wenig, aber immerhin wurde gekämpft. "Uns war klar, dass wir nicht den attraktivsten Fußball spielen werden. Dafür waren die letzten Wochen zu unruhig", meinte Aaron Hunt.