Große Aufgaben: Hans Rinner wurde ohne Gegenstimme wiedergewählt und hat jetzt viel zu tun.

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Fußball
12/06/2013

Rinner als Bundesliga-Präsident wiedergewählt

Hans Rinner bleibt Präsident - der Steirer erhielt 18 von möglichen 19 Stimmen.

von Harald Ottawa

Freitag um 18 Uhr war es amtlich: Die Bundesliga bleibt „Kopf-los“. Karlheinz Kopf, hauptberuflich zweiter Nationalratspräsident, trat nicht als Präsidentschaftskandidat bei der ordentlichen Hauptversammlung an. Der Wahlvorschlag für Hans Rinner wurde einstimmig angenommen, bei der Wahl selbst erhielt der Steirer 18 von 19 möglichen Stimmen (Red-Bull-Klub Liefering hat kein Stimmrecht) – bei einer Enthaltung. Die neue Ära um Rinner und die beiden Vizepräsidenten Markus Kraetschmer und Erwin Fuchs begann mit einer Panne, bei der Vorstellung fielen kurzfristig die Mikrofone aus.

Tonangebend

Rinner hat es die Sprache nicht verschlagen. „Es ist viel erzählt worden, viele Klubs hätten Kopf als Präsident bevorzugt. Das Wahlergebnis spricht aber eine eindeutige Sprache, schon bei der Klubkonferenz am 7. Oktober gab es ein klares Votum für mich“, sagt der Unternehmer. Nachsatz: „Es waren nur ein, zwei Funktionäre, die Stimmung gegen mich gemacht haben. Sie haben sich wohl einen Job bei der Liga erhofft.“ Tatsache ist jedoch, dass zu Beginn der Hauptversammlung nicht alles reibungslos verlief – es wurde mitunter lautstark diskutiert.

Den Liga-Job darf Rinner nun für weitere vier Jahre machen. Aufgaben gibt es ohnehin viele zu erledigen. Zum Beispiel die Sponsorensuche. Ein Wettanbieter hat sich angeboten, wurde aber abgelehnt. „Das Angebot war zu gering“, sagt Kraetschmer. Oder die Infrastruktur. „Mit einem Maßnahmenkatalog sollen die Stadien verbessert werden“, sagt Rinner und nennt ein Beispiel: „Die UPC-Arena in Graz war 1998 ein Schmuckstück und ist nun veraltet, fast so wie das Hanappi-Stadion.“ Zu den späten Anstoßzeiten im Winter unter der Woche meinte der Sturm-Präsident der Jahre 2006 bis 2010: „Rapid hatte 2009 in der Europa League immer ein volles Stadion.“ Dass 36 Runden in Österreichs höchster Liga zu viel seien, glaubt der 50-Jährige nicht: „Es gibt Vor- und Nachteile, aber solange es im Europacup nicht mehr Partien gibt, passt dies.“

Schock

Freilich beschloss man in inniger Gemeinsamkeit, gegen Wettmanipulationen vorzugehen. Erwin Fuchs ist noch immer geschockt von der Causa Taboga. „Ich bin erschüttert, dass ein Spieler, dem wir unser Vertrauen geschenkt haben, solche Dinge tut. Und es ist ein Wahnsinn, dass wir vermutlich deshalb abgestiegen sind“, erklärt der Kapfenberg-Boss.

Hans Rinner

Geboren: 18. März 1963 in Semriach
Ausbildung: Elektrotechniker, Abendmatura, Spezialausbildung im Bereich Kältetechnik
Geschäftsführender Gesellschafter der Firmengruppe Frigopol (Kälteanlagen)
Hobbys: Nordic Walking, Bergwandern

Sturm-Graz-Präsident von 18. Jänner 2007 bis 25. Mai 2010
seit Juni 2008 (als Bundesliga-Vizepräsident) im Bundesliga-Aufsichtsrat
am 27. November 2009 Designierung zum neuen Bundesliga-Präsidenten (offizielle Wahl am 7. Dezember 2009 im Rahmen der Hauptversammlung)

Bundesliga lehnt erstes Titelsponsor-Angebot ab

Die Fußball-Bundesliga hat ein am Donnerstag eingelangtes erstes Angebot eines börsennotierten Wettanbieters für ein Titelsponsoring der ersten beiden Profiligen ab der kommenden Saison abgelehnt. Die Ablehnung erfolgte aus finanziellen Gründen, erklärte Bundesliga-Präsident Hans Rinner nach der Klubkonferenz und anschließender Ordentlicher Hauptversammlung am Freitag.

Das entwickelte Konzept des Unternehmens, "das über einen hervorragenden Ruf als seriöser, börsennotierter Wettanbieter verfügt", habe bei den Vereinen breite Zustimmung gefunden. "Die finanziellen Rahmenbedingungen des gelegten Angebots entsprechen aber nicht den Vorstellungen der Klubs", sagte der wiedergewählte Ligachef.

Nun gelte es, eine detaillierte Evaluierung des Angebots und dahinterstehenden Leistungskatalogs durchzuführen. "Das wird in den nächsten Wochen passieren", kündigte Rinner an. Im Rahmen der Ordentlichen Hauptversammlung wurde übrigens Rapids Ex-Präsident Rudolf Edlinger und dem scheidenden Bundesliga-Vizepräsident Gerhard Stocker die Liga-Ehrenmitgliedschaft verliehen.

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