Sport | Fußball
21.11.2017

FIFA-Skandal: Auto-Spitznamen bei illegalen Zahlungen

Das Geld soll an "Benz", "VW", "Kia", "Fiat" und "Honda" geflossen sein. Drei Funktionäre wurden wegen Bestechung und Korruption gesperrt.

Im Prozess um den FIFA-Korruptionsskandal hat der frühere Mitarbeiter einer argentinischen Sportmarketingfirma, Santiago Pena, am Montag in New York betont, dass die Funktionäre dabei Fantasienamen erhalten hätten. Diese hätten auf Namen bekannter Automarken und -herstellern beruht, sagte Pena nach Angaben der Nachrichtenagentur AP.

In Dokumenten der Firma wurde Rafael Esquivel, Ex-Präsident des venezolanischen Fußballverbands, etwa "Benz" nach der Marke Mercedes-Benz getauft. Zudem wird eine Zahlung an "Benz" von 750.000 Dollar (639.000 Euro) für "Q2022" genannt, was für "Katar 2022" - nach englischer Schreibweise mit "Q" - stehen könnte. Luis Chiriboga, der frühere Präsident des Verbands in Ecuador, sei "Toyota" genannt worden und sei mit einer Zahlung über 500.000 Dollar (426.000 Euro) für "Q2022" gelistet worden.

Andere Spitznamen seien " VW", " Kia", "Fiat" sowie "Honda" für Juan Angel Napout gewesen. Napout ist der ehemalige Präsident des südamerikanischen Fußballverbandes CONMEBOL und von Paraguays Verband. Napout sowie Jose Maria Marin (ehemals Präsident des brasilianischen Verbandes) und Manuel Burga (ehemals Präsident von Perus Verband) stehen im Zentrum des Prozesses in New York.

Das Trio soll Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen haben. Als Gegenleistung sollen sie lukrative TV- und Sponsorenrechte für Fußballturniere an eine Marketingfirma vergeben haben. Mehr als 40 Personen haben sich inzwischen schuldig bekannt, mehr als zwei Jahrzehnte Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen zu haben.

Drei Funktionäre wegen Bestechung und Korruption gesperrt

Die rechtsprechende Kammer der FIFA-Ethikkommission sperrte am Dienstag drei Funktionäre wegen Bestechung und Korruption lebenslang. Dabei handelt es sich um Richard Lai, den Ex-Präsidenten des Fußballverbandes der Pazifikinsel Guam, Julio Rocha, den ehemaligen Verbandschef in Nicaragua, und Rafael Esquivel, den früheren Präsidenten des venezolanischen Verbandes. Die Sperre gilt für alle fußballbezogenen Aktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene.

Im Zuge der Ermittlungen der US-Justiz haben die drei Ex-Funktionäre zugegeben, in verschiedenen Fällen Schmiergelder angenommen zu haben. Die FIFA verhängte außerdem Geldstrafen gegen das Trio, machte jedoch keine genauen Angabe zur jeweiligen Höhe.

Lai hatte bereits im April zugegeben, Bestechungsgelder angenommen zu haben. Der US-Bürger bekannte sich vor einer Richterin in zwei Fällen der Verschwörung zum Überweisungsbetrug schuldig. In diesem Zusammenhang war Lai auch von der FIFA-Ethikkammer bereits vorläufig für 90 Tage für alle Ämter im Fußball gesperrt worden. Rocha und Esquivel waren im Mai 2015 in Zürich festgenommen und später an die USA ausgeliefert worden.