Marcel Koller ist nach dem 2:1-Sieg ebenso gefordert wie etwa Florian Klein.

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Sport | Fußball
09/06/2016

Erkenntnisse aus dem Auftaktspiel des ÖFB-Teams

Wird das in Georgien Gezeigte für die WM in Russland reichen?

"Über allem steht das Resultat", sagte Marcel Koller am Tag nach dem 2:1-Auftaktsieg der österreichischen Nationalmannschaft und hat damit wohl auch recht. Drei Punkte sind eingefahren, weitere müssen folgen, um das große Ziel – die WM 2018 – zu erreichen. Dafür benötigt es allerdings eine Steigerung in einigen Bereichen. Erkenntnisse vom erfolgreichen Auftakt in Tiflis gibt es positive wie negative.

Das Team hat die große Enttäuschung mit der verpatzten EURO offenbar gut weggesteckt und ist bereit für neue Aufgaben und hungrig nach neuen Erfolgen. Keine Spur von einem zerrütteten Haufen, keine Spur von schlechter Stimmung. Dieser Sieg wird der Mannschaft weiter Auftrieb verleihen.

Österreichs Schlüsselspieler wie Dragovic, Baumgartlinger und Arnautovic sind gefestigt genug, um einen Gegner wie Georgien auch ohne Glanz zu dominieren und dabei auch einen Sieg einzufahren. Vor ein paar Jahren noch hätte man in einer vergleichbaren Partie wohl am Ende noch den Ausgleich kassiert. Auch auf Marc Janko dürfte – sofern er fit ist – noch ein paar Jahre Verlass sein. Besonders Marko Arnautovic hinterließ einen blendenden Eindruck, er wirkte schon in der Woche vor dem Spiel gut gelaunt und vor allem äußerst fit und richtig austrainiert. Bei Dragovic und Baumgartlinger, die gerade erst bei ihrem neuen Klub Leverkusen gelandet sind, darf man von einer Steigerung ausgehen, wenn der Spielrhythmus da ist.

Schlechtes Passspiel

In Ballbesitz ist nach wie vor viel Luft nach oben bei den Österreichern. Das war in Frankreich so und setzt sich nun fort. Ein holpriger Rasen in Tiflis, wie auch von Marcel Koller direkt nach dem Spiel angesprochen, ist nur eine Ausrede: Mangelnde Freilaufbewegungen und wenig offene Stellungen der Spieler haben nichts mit dem Untergrund zu tun, auch nicht die Vielzahl an Querpässen statt der Orientierung nach vorne.

Personelle Schwächen

Markus Suttner hat das Niveau eines braven Back-ups, aber nicht die Qualität von Christian Fuchs, und er wird sie auch nicht mehr erlangen. "In der einen oder anderen Situation hat er nicht so glücklich agiert", gab Koller gestern zu. Überhaupt weit entfernt ist der Ingolstadt-Legionär von der Qualität eines David Alaba auf der Position des linken Verteidigers. Die Position des Bayern-Stars bleibt der größte Diskussionspunkt. Auch wenn Koller gestern erneut betonte, nicht an einen Positionswechsel von Alaba zu denken.

Österreich kann es sich nicht leisten, auf ein linkes Offensiv-Inferno mit Alaba und Arnautovic zu verzichten, auch weil aktuell der rechte Flügel aufgrund des verblassten Harnik augenscheinlich weniger bespielt wird und keine Gefahr ausstrahlt. Womit schon das nächste Sorgenkind genannt ist: Martin Harnik war in Tiflis gar nicht präsent. Kollers erste Alternative, Marcel Sabitzer, wird auch kein Flügel mehr, wenn man ihn noch zehn Mal dort aufstellt. Er ist ein Spieler fürs Zentrum. Wie bei Alaba gilt: Das Nationalteam ist der falsche Ort für Experimente und Ausbildung. Spieler müssen auf ihren Idealpositionen eingesetzt werden.

Neben der Position links hinten und am rechten Flügel ist auch jene des rechten Verteidigers nicht von großer Klasse besetzt. Florian Klein ließ in Tiflis vor allem den nötigen Mut vermissen.

KURIER-Noten für die Teamspieler:

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