Sport | Fußball
11.03.2012

Fußball-Entwicklungsland Indien

Noch fehlen die Stadien für die kickenden Altstars.

Aller Anfang ist schwer. Warum sollte das in Indien anders sein? Im nach China zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde verweilte der Fußball in einem Dornröschenschlaf, stand ganz eindeutig hinter den beiden indischen Nationalsportarten Cricket und Hockey. Das soll sich nun allerdings ändern.

Doch der für 24. März geplante Saisonauftakt zur mit zahlreichen internationalen Altstars "aufgefetteten" neuen Fußball-Liga im Bundesstaat West-Bengalen musste aufgrund organisatorischer Probleme vorerst verschoben werden.

Denn die Spielstätten für die sechs Teams umfassende Premier League Soccer (PLS) sind noch nicht vorhanden. Die Stadien stehen nämlich alle im Besitz des indischen Bundesstaates, mit dem die Liga-Verantwortlichen offenbar noch keine Einigung über die Nutzungsrechte unterzeichnet hat.

Vorlaufzeit

"Die Gespräche laufen, aber selbst wenn alles geklärt ist, würde es noch einige Zeit benötigen, die Plätze bespielbar zu machen. Es braucht einige Wochen, um die Stadien dem internationalen Standard anzupassen", erklärte Dharamdutt Pandey, der Geschäftsführer der PLS-Vermarktungsagentur.

Ende Jänner waren in einer Auktion in Neu-Delhi Spieler und Trainer für die sechs Teams angeboten worden. Den höchsten Preis erzielte Hernan Crespo, der um 840.000 Dollar (640.000 Euro) für Barasat spielen soll. Siligur erwarb Fabio Cannavaro um 830.000 Dollar (632.000 Euro). Robert Pires (Howrah) war 800.000 Dollar (610.000 Euro), der Nigerianer Jay-Jay Okocha (Durgapur) 550.000 Dollar (420.000 Euro) und der Engländer Robbie Fowler (Kolkata) schließlich 530.000 Dollar (404.000 Euro) wert.

Mit ihnen soll der Fußball in Indien endlich so populär werden wie in vielen anderen Ländern Asiens. Allerdings soll die Saison der neuen Profiliga nach nur knapp sieben Wochen schon wieder beendet sein. Ob die neuen Stars überhaupt spielen dürfen, ist auch noch nicht ganz geklärt. Die PLS-Organisatoren hatten es verabsäumt, die Genehmigung für die Transfers einzuholen. Deshalb waren die Klubs vom indischen Fußballverband (AIFF), dem sie nicht angehören, für das FIFA-Transfer-Anmeldesystem gesperrt worden.