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18.06.2017

Confed Cup: Dämpfer für Portugal - 2:2 gegen Mexiko

Der Europameister vergibt den Sieg in der Nachspielzeit.

Trotz einer Gala-Vorlage von Cristiano Ronaldo hat Portugal bei seiner Confed-Cup-Premiere schwer enttäuscht und den erhofften ersten Schritt zum nächsten Titel verpasst. Beim ersten Auftritt nach den Wechselgerüchten um seinen Superstar kam der Europameister gegen Mexiko am Sonntag in Kasan nur zu einem 2:2 (1:1).

Portugal steht damit am Mittwoch gegen Gastgeber Russland, der zum Auftakt mit 2:0 gegen Neuseeland gewonnen hatte, bereits mächtig unter Druck. Nach dem Wirbel um die Steuer-Anschuldigungen und den kolportierten Gedanken an einen Abgang bei Real Madrid konnte auch Ronaldo zu selten für Glanzmomente sorgen.

Videoschiedsrichter war gefragt

Nach den verheerenden Waldbränden in Portugal begann die zweite Partie beim Confed Cup mit einer Schweigeminute. Elf Europameister standen in der Startformation der Portugiesen, Mexiko startete mit Superstar Javier Hernández von Bayer Leverkusen, mit 47 Toren der Rekordschütze der El Tri.

Die erste Viertelstunde blieb Ronaldo unauffällig, kaum ein langer Ball seiner Teamkollegen erreichte den 32-Jährigen. Missmutig joggte der Superstar den Fehlpässen hinterher. Den ersten großen Auftritt hatte er dann in der 20. Minute: Sein Freistoß aus zentraler Position landete nur in der Mauer, den Nachschuss zimmerte er mit Wucht aus 17 Metern an die Latte.

Nur wenig später jubelte Portugal das erste Mal - allerdings vergebens, Schiedsrichter Néstor Pitana aus Argentinien verwehrte dem Treffer nach Rücksprache mit dem Videoschiedsrichter die Anerkennung, gut eine Minute dauerte die Premiere beim Confed Cup.

Nachdem Mexiko die Anfangsphase dominiert hatte, wirkte der nicht gegebene Treffer wie ein Adrenalinschub für die gewohnt abwartend agierenden Portugiesen. Zunächst schien es als habe Ronaldo sich auf der linken Seite verdribbelt, ließ dann aber Diego Reyes und den überforderten Salcedo aussteigen - mühelos schob Quaresma den Ball zur Führung ein. Der Torschütze konnte in der 40. Minute einen sensationellen Fersler von Ronaldo nicht verwandeln - es wäre vielleicht schon die Vorentscheidung gewesen.

Comeback der Mexikaner

So kamen die Mexikaner, die mit ihrer siebenten Confed-Cup-Teilnahme den Rekord von Brasilien einstellten, noch einmal zurück. Nach einem schweren Patzer von Gurreiro traf Hernández nach Pass von Vela zum Ausgleich - es war der 48. Treffer im Nationaltrikot für Chicharito. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hätte der Leverkusener die Mexikaner beinahe in Führung geschossen.

Auch nach der Pause gab das Team von Trainer Juan Carlos Osorio aus Kolumbien zunächst den Ton an. Mexiko, der Confed-Cup-Sieger von 1999, wirkte spielfreudiger, die Portugiesen lauerten wie in der ersten Hälfte auf ihre Chance. Die kam durch Cedric - und ein neuerlicher Videobeweis, der diesmal zu Gunsten der Portugiesen ausging. Doch Moreno ließ die Mexikaner in der 91. Minute nach einem Kopfball erneut jubeln.

Ronaldo verweigerte Interviews

Zum besten Spieler der Partie wurde Cristiano Ronaldo gewählt. Doch der 32-Jährige erschien nicht wie im Protokoll vorgeschrieben zur Pressekonferenz. Laut FIFA-Angaben wurde Ronaldo medizinisch behandelt. Auch als er später durch die sogenannte Mixed Zone ging, wo die Profis Fragen der Journalisten beantworten, äußerte sich Ronaldo nicht. Seit Bekanntwerden der Steueranschuldigungen gegen ihn in der vergangenen Woche hat sich Ronaldo noch nicht ausführlich öffentlich geäußert.

Chile schlug Kamerun

Dank späten Treffern von Arturo Vidal (81.) und Eduardo Vargas (92.) startete Chile mit einem 2:0-(0:0)-Erfolg über Kamerun in den Confed-Cup. Der Sieg vor 33.492 Zuschauern in Moskau war hochverdient. Ein Tor wurde nach Videobeweis aberkannt, eines gegeben. Bei Kamerun wurde in der 86. Minute Altach-Stürmer Nicolas Ngamaleu eingewechselt.