Sport | Fußball
12.07.2017

Chinas U20 darf in Deutschland mitspielen

Gegen die Klubs der deutschen Regionalliga Südwest wird in der kommenden Saison die chinesische Olympia-Auswahl antreten, allerdings nicht so wie geplant.

Zu Beginn hörte es sich an wie ein Bericht der Tagespresse, doch schnell wurde klar, dass es keine Satire ist. Der Deutsche Fußball Bund ging im Juni eine Kooperation mit China ein, indem es um Einsätze des U20-Teams in der deutschen Regionalliga Südwest ging. Als ein Argument gab der DFB an, dass es 19 Mannschaften im Wettbewerb gebe und man die beiden spielfreien Wochenenden mit einem Testspiel sinnvoll nutzen könne. Außerdem lockte man die Vereine mit einer Prämie in Höhe von 30.000 Euro, sollte sich ein Klub für die zwei Matches gegen die Olympia-Auswahl der Chinesen für 2020 entscheiden.

Erst ab der Rückrunde

Doch die anfänglichen Pläne werden nun nur teilweise durchgesetzt. Wie DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann am Montag mitteilte, wird das Team erst in der Rückrunde gegen die deutschen Vereine antreten. Weiters „gab es nie die Idee, die Chinesen in die Liga zu integrieren. Es ging immer nur um Freundschaftsspiele auf freiwilliger Basis. Das haben wir den Klubs gesagt“, sagte Zimmermann weiter. Dennoch sagten drei Teams das Testspiel schon im Vorhinein ab - TuS Koblenz, Waldhof Mannheim und die Stuttgarter Kickers. Zwei weitere Vereine stimmten dem Spiel erst am Dienstag zu - der 1. FC Saarbrücken und die Reserve von Mainz 05.

Letztgenannter Verein möchte mit der Antrittsprämie Gutes tun. „Wir möchten das Testspiel nutzen - und zwar dafür, den Fußball in unserer Region zu unterstützen. Deshalb werden wir die Antrittsprämie in Gänze an Mainzer Amateur-Fußballvereine spenden“, sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder. Dennoch sehe man die Ideen als kritisch an.

Bei Saarbrücken herrscht dagegen schon Vorfreude auf das Duell. „Mit der Entscheidung für diese Partie freut sich der FCS auf eine neue Erfahrung, einen kulturellen Austausch, der gegebenenfalls mit flankierenden Maßnahmen begleitet wird“, hieß es in einem Statement des Klubs.

Absurdes Fußballgeschäft

In China boomt derzeit das Geschäft mit den Fußball. Zahlreiche Topspieler wechseln ins Land der aufgehenden Sonne, um dort ein Vielfaches an Geld zu verdienen, als es in Europa möglich ist. Doch der chinesische Verband möchte lieber auf heimische Spieler setzen. Deshalb wird es ab der kommenden Saison unter anderem nur noch möglich sein, drei ausländische Spieler in die Startaufstellung zu benennen.

Zuletzt beklagte auch Japan-Neuling Lukas Podolski die Zustände im chinesischen Fußball. Auch er hatte Anfragen von verschiedenen Vereinen, lehnte diese aber ab. „Klar ist das verlockend, wenn man hört, dass man in China 15 bis 20 Millionen Euro verdienen könnte“, sagte er der Sportbild. „Aber die Verhandlungsmethoden der acht, neun Berater, die sich da teilweise einschalten, kommen schon fast denen von Verbrechern nah.“ Weiters sagte er, dass es hinter den Kulissen um alles andere ginge als um Fußball.