Srdjan Grahovac erzielte sein erstes Tor im Rapid-Trikot.

© Agentur Diener/DIENER / Philipp Schalber

Fußball
11/29/2015

Rapid ist Sieger der Bundesliga-Runde

Nach dem 3:1 gegen Altach liegen die Hütteldorfer nur einen Punkt hinter dem Spitzenduo.

von Alexander Huber

Eine Mitgliederaktion von Rapid hat die fürchterliche Zuschauer-Bilanz der Bundesliga in dieser Runde noch gerettet: 16.400 kamen in das Happel-Stadion. Was sie zu sehen bekamen, hätte auch dem Namenspatron gefallen: Am 90. Geburtstag von Ernst Happel gewannen "seine" Rapidler gegen Altach völlig verdient mit 3:1.

Die zusätzliche Nacht in Spanien hat den Europacup-Startern offensichtlich gut getan. Viel frischer als in den letzten Sonntagsspielen wurden die Gäste dominiert.

Richard Strebinger wurde bei seinem ersten von vielen Spielen als Nr. 1 von Hannes Aigner auf die Probe gestellt (8.): Der Altach-Stürmer suchte beim Zweikampf mit dem Ersatz des traurigen, seit Sonntag 32-jährigen Geburtstagskindes Jan Novota zum ersten von vielen Malen dabei die äußersten Ränder des Regelbuches.

Wirkungslose Canadi-Kreation

Nach zehn Minuten hatte sich Rapid auf das ungewöhnliche 5-2-2-1-System der Gäste eingestellt. Die neueste Kreation von Altach-Trainer Damir Canadi war zwar spannend anzusehen, aber gegen das saubere Passspiel der Rapidler wirkungslos.

Zoran Barisic ließ seine Außenverteidiger noch offensiver spielen als üblich, in der Folge wurde die Überzahl im Mittelfeld immer besser genutzt. Trotz der immensen Ballbesitzanteile fiel das in der kalten Luft hängende 1:0 nach einem schnellen Gegenzug. Philipp Prosenik blockte einen Abschlag, nach einem Doppelpass von Florian Kainz mit Philipp Schobesberger vollendete der aufgerückte Stefan Stangl (25.).

Nach einem feinen Corner-Trick hielt Goalie Andreas Lukse seine passiven Vorderleute noch im Spiel (33.). Doch die nächste Standardsituation brachte das 2:0. Es sollte sich auszahlen, dass Srdjan Grahovac fast täglich mit Steffen Hofmann Freistöße übt. Weil der Kapitän auf der Bank saß, durfte der Bosnier nach einem von mehreren zweifelhaften Pfiffen von Schiedsrichter Jäger aus 18 Metern schießen. Der eine Ex-Rapidler, Dominik Hofbauer, fälschte den Schuss für den anderen, Keeper Lukse, unhaltbar ab (37.).

Fünf Minuten später verzichtete Jäger bei einem Foul von Patrick Salomon auf die mögliche Rote Karte. Den fälligen Grahovac-Freistoß hielt Lukse. Rapid hatte danach die Chancen, auf das 6:1 in Mattersburg den nächsten Kantersieg folgen zu lassen.

Nutz-Premiere

Canadi beendete sein Experiment in der Pause, Salomon rückte ins Mittelfeld vor. Fouls in Strafraum-Nähe gab es trotzdem. Das 3:0 fiel wieder aus einem Freistoß. Der schon davor gut integrierte Stefan Nutz zirkelte bei seinem erst zweiten Liga-Einsatz in Grün den Ball über die Mauer ins Kreuzeck (52.).

Danach wurden allzu viele Gänge runter geschalten. Mit der ersten Möglichkeit gelang Louis Ngwat-Mahop das 3:1. Der Joker hatte Strebinger aus 15 Metern per Kopf überrascht (72.).

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 16.400, SR Jäger

Tore:
1:0 (25.) Stangl
2:0 (37.) Grahovac (Freistoß)
3:0 (52.) Nutz (Freistoß)
3:1 (72.) Ngwat-Mahop

Rapid: Strebinger - Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Stangl - Petsos (75. Schwab), Grahovac - Schobesberger, Nutz (70. S. Hofmann), F. Kainz - Prosenik (84. Jelic)

Altach: Lukse - Salomon, Ortiz, Zech, Zwischenbrugger, Schreiner - Harrer (73. Roth), Prokopic, Hofbauer, Luxbacher (60. Ngwat-Mahop) - Aigner (60. Tajouri)

Gelbe Karten: F. Kainz bzw. Salomon, Ortiz

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): "Es war ein ganz wichtiger Sieg gegen eine starke Altacher Mannschaft. Wir haben phasenweise eine gute Leistung abgeliefert. Aber nach dem 3:0 waren wir zu passiv. Das darf uns nicht passieren. Aber es sei meiner Mannschaft verziehen, heute ist es gut gegangen."

Zu Torschütze Nutz: "Das Tor und auch die Leistung tun Nutz gut. Er ist ein guter Spieler, hat immer gut trainiert und sich nicht hängen lassen. Heute ist er dafür belohnt worden."

Damir Canadi (Altach-Trainer): "Die erste Viertelstunde war ausgeglichen. Dann sind wir durch einen individuellen Fehler in Rückstand geraten. Auch das zweite Tor war unglücklich. In der zweiten Hälfte haben wir versucht, mehr nach vorne zu spielen. Dann haben wir aber das 0:3 kassiert, und dann wird es auswärts gegen Rapid schwierig. Trotzdem haben wir noch den Anschlusstreffer erzielt."