Schwab (links) jubelt mit Grahovac, der das 1:0 erzielt hat.

© APA/EXPA/ALEXANDER FORST

Bundesliga
04/24/2016

2:0 gegen Sturm - Rapid bleibt weiter im Titelrennen

Die Wiener halten den Abstand zu Salzburg und helfen Lokalrivale Austria.

von Harald Ottawa

An diesem Wahltag konnten die rund 16.000 Rapid-Fans, die sich für einen Nachmittag im Happel-Stadion entschieden haben, jubeln: Die Hütteldorfer schlugen Sturm Graz 2:0. Das heißt, der Platz des höchsten Postens im rot-weiß-roten Vereinsfußball ist nach wie vor erreichbar, in vier verbleibenden Runden führt Salzburg weiterhin mit sechs Punkten, dafür liegt der Dritte Austria weiterhin acht Punkte zurück. Sturm fehlen nun fünf Punkte auf Platz drei, den fixen Europacup-Startplatz.

Die eingefleischten Sturm-Fans hatten zuletzt trotz dreier Siege keine gültige Stimme. Angesichts der Tatsache, dass der Gästesektor im hintersten (obersten) Winkerl des Happel-Stadions versteckt ist, ist die Kraft des Supports eher unbedeutend. Ein Transparent "Wir wollen Sturm sehen", zeugte zumindest von der Anwesenheit des Anhangs.

Starke linke Seite

Rapid wählte sofort das gewohnte Offensivspiel, aber viele Fehlpässe zerstörten zunächst noch den Spielfluss. Die Grazer setzten auf blitzschnelle Konter und damit auf die Schnelligkeit von Edomwonyi, der die letzten vier Sturm-Tore erzielte. Nach 19 Minuten hatte Ex-Sturm-Spieler Kainz die erste Topchance, mit Esser hat Sturm aber einen starken Goalie – der Deutsche verhinderte die Führung.

Die fiel aber fünf Minuten später, die Grazer brachten den Ball nicht aus der Gefahrenzone –Srdjan Grahovac kam dank eines sehenswerten Schusses zu seinem zweiten Saisontor. Die Rapidler blieben dominant – vor allem über ihre linke Seite. Kurz darauf fabrizierte Potzmann beinahe ein Eigentor. Sechs Minuten vor dem Pausenpfiff war Tomi auf und davon, der Spanier hatte schon zum Jubel abgedreht, ehe der Ball von der Stange zurück kam. Rapid war zwingender, stets gefährlich. Auch die Pause konnte die auch vom Derbysieg beflügelten Rapidler nicht stoppen. Auch nicht von der Tatsache, dass Kapitän Hofmann wegen einer leichten Oberschenkelblessur vorsichtshalber in der Kabine blieb.

Sofort nach Wiederbeginn scheiterte Kainz erneut an Esser. Dann traf Tomi erneut die Stange. Das 2:0 lag nicht lange in der Luft, Florian Kainz traf nach einer sehenswerten Kombination. Sturms Defensive hatte die besten Stehplätze und agierte ähnlich tatenlos wie die steirischen Fans. Erst allmählich kamen auch die Gäste wieder etwas nach vorne. Goalie Strebinger rettete bei Versuchen von Edomwonyi und Schick.

Turbulent wurde es nach 75 Minuten, als ein maskierter (also nicht nackter) Flitzer auf das Spielfeld stürmte. Rechtzeitig zur Rapid-Viertelstunde eben. Da war Sturms Drangphase schon wieder beendet.

Könnte es sich Rapid aussuchen, würde man Sturm als Gegner wählen. Man ist seit neun Spielen unbesiegt, gewann am Sonntag davon das sechste Spiel.

Rapid - Sturm 2:0 (1:0)

Ernst-Happel-Stadion, 16.200, SR Schörgenhofer

Tore:
1:0 (24.) Grahovac
2:0 (55.) F. Kainz

Rapid: Strebinger - Pavelic, Dibon, M. Hofmann, Auer - Grahovac, Schwab - Schaub (84. Schobesberger), S. Hofmann (46. Nutz), F. Kainz - Tomi (68. Jelic)

Sturm: Esser - Potzmann (77. Gruber), Avlonitis, Kamavuaka, Lykogiannis - Lovric (67. Kienast), Offenbacher - Schick, M. Stankovic (53. Avdijaj), Horvath - Edomwonyi

Gelbe Karten: Grahovac bzw. keine

Foda: "Nach dem 0:1 bis zum 0:2 haben wir leider nicht mehr Fußball gespielt"

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): "Es war ein guter, konzentrierter Auftritt meiner Mannschaft. Am Anfang haben wir oft leichtfertig Bälle verloren, dann sind wir aber besser ins Spiel gekommen und verdient 2:0 in Führung gegangen. Danach hätten wir aus Ballgewinnen noch mehr machen können. Wir waren aber auch zehn Minuten in der zweiten Hälfte zu passiv. Aber alles in allem war es ein guter Auftritt. Die Titelchance ist minimal, aber im Fußball ist alles möglich.

Franco Foda (Sturm-Trainer): "In den ersten 15 Minuten haben wir gut begonnen. Aber nach dem 0:1 bis zum 0:2 haben wir leider nicht mehr Fußball gespielt. Da waren wir zu passiv und haben zu viele einfache Fehler gemacht. Erst nach dem 0:2 haben wir wieder Fußball gespielt und auch einige Chancen herausgespielt, die Strebinger gut gehalten hat."