Florian Kainz (Mi.) erzielte kurz nach dem Wiederanpfiff das 3:0.

© Agentur Diener/DIENER / Philipp Schalber

Bundesliga
03/14/2015

Rapid schießt gegen Grödig den Frust weg

Nach der Derby-Pleite sahen 15.700 Fans einen Kantersieg der Wiener.

von Alexander Huber

Eine der größten Qualitäten von Rapid in dieser Saison ist es, nach Tiefschlägen wieder aufzustehen. Das war etwa nach der Helsinki-Blamage mit einem 2:0 gegen Grödig so. Und auch nach dem Derby-Umfaller bekamen die Salzburger am Samstag beim 4:0 die angekündigte Wut der Hütteldorfer zu spüren.

Nach nur vier Minuten zog Stefan Schwab ab, Cican Stankovic wehrte gar nicht so schlecht ab, doch Mario Pavelic setzte – ganz anders als bei seiner schwachen Performance gegen die Austria – kompromisslos nach. Der folgende Schuss brachte das erste Bundesliga-Tor für den rechten Außenverteidiger.

Fünf Minuten später eine ähnliche Aktion: Philipp Schobesberger verschaffte sich Platz, den platzierten Schuss ließ Stankovic abprallen – und wieder reagierte ein Rapidler am schnellsten. Louis Schaub, der Steffen Hofmann als Spielmacher ersetzen durfte, vollendete aus einem Meter Entfernung zum ersten Tor seit dem Doppelpack in Wiener Neustadt (5:1) vor einem halben Jahr.

Mit den beiden Treffern der grünen Eigengewächse war die Defensivtaktik von Michael Baur hinfällig. Der Grödig-Trainer hatte den künftigen Rapidler Philipp Huspek tatsächlich als einzigen gelernten Offensivspieler aufgeboten.

In Minute 14 folgte auf eine feine Kombination ein Schaub-Kopfball. Stankovic rettete, verletzte sich aber dabei und musste schließlich an Pirmin Strasser übergeben (27.). Der Ersatzgoalie kam bei einem Kopfball von Robert Beric zu spät, schlug dem Slowenen ein Veilchen – doch Robert Schörgenhofer, immerhin bis vor kurzem Österreichs Schiedsrichter Nummer eins, übersah das klare Elfmeter-Foul (36.).

Tor-Premieren

Jenes Tor, das Florian Kainz eigentlich schon mit der letzten Chance vor der Pause hätte erzielen müssen, glückte ihm direkt nach Wiederbeginn und einem Schobesberger-Solo – 3:0 (46.).

Beim 4:0 revanchierte sich der eine Flügel beim anderen, auf einen perfekten Kainz-Lochpass folgte das Premieren-Tor von Schobesberger (67.). 15.700 Rapid-Fans wurde an einem kalten Abend warm ums Herz.

Und Grödig? Bis auf eine durch Jan Novota vereitelte Chance von Sandro Djuric (23.) spielte der Dritte der vergangenen Saison wie der kommende Absteiger. Baurs Sessel wackelt gewaltig.

Rapid - Grödig 4:0 (2:0)

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 15.700, SR Schörgenhofer

Tore:
1:0 ( 4.) Pavelic
2:0 ( 9.) Schaub
3:0 (47.) F. Kainz
4:0 (66.) Schobesberger

Rapid: Novota - Pavelic, Petsos, Sonnleitner, Schrammel - Grahovac, Schwab - Schobesberger (67. Starkl), Schaub (72. S. Hofmann), F. Kainz - Beric (72. Prosenik)

Grödig: C. Stankovic (27. Strasser) - Potzmann (72. Handle), Cabrera (46. Kerschbaum), Karner, Strobl - Hart, Brauer, Maak, Martschinko - Djuric - Huspek

Gelbe Karten: F. Kainz bzw. Cabrera, Brauer

Ergebnisse, Tabelle, Torschützen

Baur: "Das Spiel war nach neun Minuten entschieden"

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): "Die Mannschaft hat die richtige Reaktion auf den Ausrutscher letzte Woche gezeigt, eine gute Leistung geboten und sich mit dem 4:0 belohnt. Wir hatten diesmal das Glück, dass wir schnelle Tore gemacht haben. Wir haben dort angeknüpft, wo wir im Derby in der 48. Minute aufgehört haben."

Michael Baur (Grödig-Trainer): "Das Spiel war nach neun Minuten entschieden. Ich musste alle drei Wechsel wegen Verletzungen vornehmen, das habe ich als Trainer noch nie erlebt. Sollte ich entlassen werden, würde ich das nicht verstehen. Das Trainerteam macht einen guten Job. Ich habe als Spieler die Leute gespalten und tue das auch als Trainer. Mich muss nicht jeder mögen."