Kienast (li.) sprang in der 92. Minute am höchsten und bescherte den Grazern drei Punkte.

© Agentur Diener/DIENER / Philipp Schalber

Bundesliga
04/18/2015

Kienast köpfelt Sturm zum Sieg gegen Grödig

Der Stürmer trifft in der Nachspielzeit, die Grazer sind nach dem 2:1 Heimerfolg neuer Dritter.

von Harald Ottawa

Dass Foda auf steirisch Erfolg heißt, ist genauso wenig verbrieft wie dass bei der Feuerwehr die Burn-out-Rate besonders hoch ist. Fakt ist, dass Sturm die Foda-Tabelle anführt: Seit der Deutsche Feuerwehrmann spielte und nach Graz zurückkehrte, holte Sturm 35 Punkte in 18 Partien. Am Samstag kamen gegen Grödig wieder drei dazu. Sturm ist damit neuer Dritter.

Schon nach acht Minuten gab es Elferalarm: Gruber kollidierte im Strafraum mit Goalie Stankovic, Schiedsrichter Grobelnik erkannte richtigerweise eine Schwalbe im Vergehen des Deutschen. Sturm drängte, die Schussversuche landeten aber zumeist überall, nur nicht in Tornähe. Bis zur 20. Minute, als Simon Piesinger zum Blitz-Gneißer wurde. Der Oberösterreicher erkannte im Strafraum die Situation am schnellsten und stellte auf 1:0. Sturm setzte also dort fort, wo man vergangene Woche beim 5:0 gegen Altach aufgehört hatte.

Die Grödiger, die sich der Anfeuerungen ihrer 20-köpfigen Fangruppe (die Macht vom Untersberg) sicher sein konnte, verlegten sich eher mehr aufs Kontern, blieben aber weitgehend auch da harmlos. Aber da der im Frühjahr sehr aufmerksame Gratzei einen ungefährlichen Freistoß (der noch dazu unberechtigt war) von Nutz vor die Beine von Matthias Maak beförderte, stand es plötzlich 1:1. Danach agierte Sturm ideenlos.

Nach der Pause trat Sturm stürmischer auf, Piesinger traf die Stange. Dennoch war es wohl nach dem 3:3-Unentschieden gegen Wiener Neustadt das wohl schlechteste Heimspiel der Grazer in diesem Jahr. Auch, weil Kienast und Kollegen Topchancen verhauten.

Während Huspek die beste Chance für die Gäste vergab, wurde Sturms Sturmlauf doch noch belohnt: Ausgerechnet der bis dahin farblose Roman Kienast traf zum 2:1-Sieg.

Sturm - Grödig 2:1 (1:1)

Graz, UPC-Arena, 12.466, SR Grobelnik

Tor:
1:0 (20.) Piesinger
1:1 (31.) Maak
2:1 (92.) Kienast

Sturm: Gratzei - Ehrenreich (72. Schmerböck), Madl, Spendlhofer, Klem - Hadzic (66. Offenbacher), Piesinger - Schick, Avdijaj, Gruber (86. Tadic) - Kienast

Grödig: C. Stankovic - Potzmann, Maak, Strobl, Martschinko - Brauer, Völkl - Huspek, Nutz (87. Schütz), Venuto (92. Karner) - Gschweidl (65. Hart)

Gelb-Rote Karte: Martschinko (62./Unsportlichkeit)

Gelbe Karten: Gruber, Avdijaj bzw. Strobl, Huspek

Tabelle

Foda: "Der Druck wird größer, die Luft wird dünner"

Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "Ich bin sehr froh über den Last-Minute-Sieg, Grödigs gute Leistung war für mich keine Überraschung. Unser Passspiel im letzten Drittel war sehr schlampig, aber Roman ist immer für ein Tor gut, auch wenn er nicht seinen besten Tag hat. Einige Dinge müssen wir aber besprechen und in Zukunft besser machen. Es hat sich wieder gezeigt, dass man in jedem Match am Limit spielen muss. So wie gegen Altach geht es nicht immer, der Druck wird größer, die Luft wird dünner. Wir wollen international spielen, die drei Punkte gegen eine sehr gut spielende Mannschaft aus Grödig sind enorm wichtig."

Michael Baur (Grödig-Trainer): "Es war ein sehr gutes Spiel meiner Mannschaft, ich bin mit der Leistung wirklich zufrieden, mit dem Ergebnis natürlich nicht. Wir haben Sturm auch mit zehn Mann Paroli geboten. Der Schiedsrichter hat auf Rote Karte (Anm.: Christoph Martschinko sah in der 62. Minute Gelb-Rot) entschieden, so ist es nun einmal."

Roman Kienast (Sturm-Graz-Torschütze): "Solche Spiele muss man auch gewinnen. Wir hatten das Glück des Tüchtigen, natürlich können wir es besser machen. Ich habe nach meiner vergebenen Möglichkeit gewusst, dass noch eine Chance kommt. Und die habe ich dann gemacht."