Sport | Fußball
27.01.2015

Die vorprogrammierte Gefahr für Transferflops

Keiner der 25 Neuzugänge aus dem Jänner 2014 hat wirklich eingeschlagen.

Noch läuft die Wintertransferzeit, noch haben die Bundesliga-Vereine eine knappe Woche Zeit, um neue Spieler zu verpflichten. Bis 2. Februar ist der Transfermarkt in Österreich geöffnet. Danach dürfen nur mehr derzeit arbeitslose Spieler verpflichtet werden – aber auch nur bis zum 11. Februar.

Vor einem Jahr, also im Jänner 2014, holten die damaligen Bundesliga-Klubs insgesamt 25 neue Spieler. Alle Vereine waren damals auf dem Transfermarkt aktiv – mit Ausnahme von Rapid.

Die Leistungsbilanz nach genau einem Jahr fällt allerdings alles andere als positiv aus. Von den 25 Spielern sind zehn schon jetzt nicht mehr bei jenem Verein, vom dem sie im Jänner verpflichtet worden waren. Ein weiterer, der Austrianer Ola Kamara, durfte nicht mehr mit ins Trainingslager in die Türkei fliegen und ist auf Vereinssuche (siehe unten).

Richtig eingeschlagen hat von den 25 Neuzugängen kein Einziger, am ehesten noch der Wolfsberger Peter Zulj. In den ersten Monaten nach seiner Verpflichtung vom Zweitligisten Hartberg spielte der als Ersatz für den nach Düsseldorf abgewanderten Michael Liendl geholte Oberösterreich auffällig. Im Herbst ist es allerdings auch um ihn ruhiger geworden.

Viele der Neuen sind mehr Kaderergänzungen als Kaderverstärkungen – zum Beispiel das von der Austria verpflichtete Trio David De Paula, Thomas Salamon und Ola Kamara. Alle kamen noch unter Trainer Nenad Bjelica, der dann schon Mitte Februar beurlaubt wurde.

Austria-Flop

Besonders Kamara, der davor mit zwölf Toren in 14 Spielen immerhin maßgeblich daran beteiligt war, dass sein Ex-Klub Strømsgodset IF 2013 norwegischer Meister wurde, hat in Wien nicht funktioniert. Gerade zwei Tore in 23 Spielen machen ihn zu einem Transferflop.

Warum greifen die Vereine gerade im Winter so oft daneben? Die Gründe sind sicher vielschichtig und von Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich. Auffällig ist, dass Andreas Müller auch in seiner zweiten Jänner-Transferzeit bei Rapid keinen Spieler fürs Frühjahr holen will.

Rapid-Verzicht

Der Sportdirektor erklärt: "Neuzugänge hole ich im Winter nur, wenn es etwa durch Verletzungen nicht anders geht. Wir haben schon im Sommer einen Kader zusammengestellt, der übers Jahr reifen soll. Das hat ja auch mit dem nötigen Vertrauen zu tun. Für Neue ist die Eingewöhnungsphase im Winter hingegen oft problematisch."

Salzburg-Sportchef Ralf Rangnick sagte vor dieser Transferzeit: "Wir werden nur Spieler holen, wenn wir diese auch im nächsten Sommer holen würden, die uns nachhaltig auf Sicht weiterbringen würden."

Dieser Vorsatz ist vielleicht auch eine Lehre aus dem Jänner 2014. Denn beide Spieler, die Salzburg vor einem Jahr geholt hat, waren gar nur sechs Monate im Verein. Robert Zulj, ein erklärter Wunschspieler von Ex-Trainer Roger Schmidt, spielt mittlerweile beim deutschen Zweitligisten Fürth. Jodel Dossou, der von Salzburg nur in Testspielen eingesetzt wurde, ist sogar arbeitslos.

Die Wintertransfers 2014: Viele enttäuschte Hoffnungen