Sport | Fußball
05.12.2011

Frauen-WM: Schneller, härter, knapper

Bessere Athletik, höheres Tempo und viele enge Spiele: Das waren die Trends bei der WM in Deutschland.

Die Damen machen es den Herren nach. Im Fußball zumindest. Die Frauen-WM in Deutschland offenbarte, dass sich jene Trends, die den maskulinen Kick in den letzten Jahren geprägt haben, auch bei den Damen durchgesetzt haben.

Weniger Tore und knappere Spiele durch höhere Athletik und verstärkte defensive Disziplin. Wegen seiner zunehmenden Ausgeglichenheit ist der Frauenfußball bei dieser WM spannender, aber nicht in allen Fällen auch attraktiver geworden.

War die Vorrunde phasenweise zäh mit wenigen ansehnlichen Spielen, so sorgte im K.o.-System allerdings besonders das variable Kurzpassspiel der Japanerinnen für Begeisterung bei Experten und Fans. Gastgeber Deutschland, im Viertelfinale an Japan gescheitert, muss eine in mehreren Punkten verschlafene Entwicklung wieder aufholen.

Die Spiele gestalteten sich meist knapp, Kantersiege gehören der Vergangenheit an. So wurde bis zum Finale mit 2,65 Toren im Schnitt der bisherige Minusrekord der WM 2003 (3,34) deutlich unterboten. Da inzwischen auch Außenseiter wie Kolumbien oder Neuseeland zumindest das Verteidigen gelernt haben, ist die Zeit der schiefen Ebenen wie beim 11:0 der deutschen Elf gegen Argentinien vor vier Jahren vorbei.

Fortschritt

"Sehr viele Mannschaften, die schon länger dabei sind, wirken athletischer, konditionell und körperlich fit", meinte die OK-Chefin und ehemalige Nationalspielerin Steffi Jones. "Deshalb ist es auch dichter geworden."

So endeten knapp zwei Drittel der Partien (20) unentschieden oder wurden mit einem Tor entschieden, bei vorherigen Weltturnieren gab es dies nicht einmal bei der Hälfte aller Spiele. Nur fünf Duelle endeten mit drei oder mehr Treffern Unterschied, 2003 waren es noch drei Mal so viele.

"Es gibt keine schwachen Mannschaften mehr", begründete FIFA-Präsident Joseph Blatter die Aufstockung bei der kommenden WM 2015 in Kanada von 16 auf 24 Teams.

Die taktische Erkenntnisse: Nicht die Stürmerinnen setzten sich in Szene, sondern meist Spielerinnen im defensiven Mittelfeld und die Außenverteidigerinnen.

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