Sport | Fußball
25.07.2017

Frauen-EM: Manuela Zinsberger will noch mehr

Österreichs Torfrau ist mit ihrer Ausbildung als Bürokauffrau fertig. Der Fußball hat vorerst aber Vorrang.

21 Jahre jung und schon 32 Länderspiele auf dem Buckel: Manuela Zinsberger hat sich als feste Größe in Österreichs Frauen-Nationalteam etabliert. Auch bei der EM war sie bisher trotz eines Fehlers gegen Frankreich ein wertvoller Rückhalt. Der will sie auch nach der Endrunde bei Bayern München sein. Nach abgeschlossener Ausbildung kann sie den vollen Fokus auf Fußball legen.

Zinsberger hat für die Karriere danach vorgesorgt, darf sich ausgebildete Bürokauffrau nennen. "Das war wichtig. Jetzt will ich mich wirklich nur auf Fußball konzentrieren und da noch 20, 30 Prozent oder vielleicht noch mehr aus mir rausholen", betont die ÖFB-Torfrau.

Um sich zu steigern, schaut sie sich viel von Top-Torleuten ab. Mit Manuel Neuer hat sie einen im eigenen Klub. "Bei ihm ist überragend, wie er das Spiel liest, wie er mitspielt. Er will aktiv am Spiel teilhaben, so möchte ich auch meine Mannschaft unterstützen." Positiv angetan hat es ihr auch Gianluigi Buffon. "Er hat eine krasse Präsenz. Beeindruckend, was er in seinem Alter leistet."

Blick in die Zukunft

Bei den Bayern schaffte sie im Frühjahr den Sprung zur Nummer eins, den Status will sie verteidigen. "Es ist ein Topklub, wir haben Topbedingungen. Zudem ist die Liga eine der besten in Europa, was will man mehr?" Seit 2014 ist sie in München, ihr Vertrag läuft noch ein Jahr. Mit der weiteren Zukunft will sie sich noch nicht beschäftigen. "Ich will einfach meine Leistung bringen, was danach kommt, kann ich nicht sagen."

Zu weit vorausblicken will sie auch bei der EM in den Niederlanden nicht. Aufgrund der starken Auftritte in den ersten Gruppe-C-Spielen gegen die Schweiz (1:0) und Frankreich (1:1) dürfte sich der Aufenthalt des ÖFB-Teams über die Gruppenphase hinaus verlängern. "Wir denken noch nicht ans Viertelfinale, wollen das Spiel gegen Island spielen und dann schauen wir weiter", sagt die Niederösterreicherin.

Gegen Frankreich gab es zuletzt Licht und Schatten: Beim 1:1 von Amandine Henry flog Manuela Zinsberger an einer Flanke vorbei, zuvor und danach parierte sie glänzend. "So wie den Spielern passieren auch mir Fehler, hinter mir steht aber nur noch das Tor." Damit kann sie aber umgehen. Auch dank regelmäßigen Mentaltrainings. "Kein Mensch ist perfekt und an Fehlern kann man sich weiterentwickeln."