Sport | Fußball 13.12.2011

Franco Foda, der Zerrissene

© Bild: APA/EXPA/ SANDRO ZANGRANDO

Bevor Sturm Graz am Mittwoch gegen AEK Athen antritt, ist Trainer Foda von Wien bis Berlin ein Thema.

Zwei Vereine, eine Aufgabe. Sturm und die Austria haben am Mittwoch bzw. am Donnerstag ihr finales Gruppenspiel in der Europa League zu absolvieren.

Zwei Vereine und ein Trainer, der aktuell im Mittelpunkt steht: Franco Foda, noch Coach bei den Grazern, dessen Vertrag am 31. Mai 2012 endet und keine Verlängerung erfährt. Nach den Zerwürfnissen mit dem Vorstand wäre jedoch eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses schon im Winter wenig überraschend.

Die Austria jedenfalls soll Foda für ein erstes Sondierungsgespräch kontaktiert haben, wie aus dem engeren violetten Umfeld zu erfahren ist. Ein kluger Schachzug, wenn man bedenkt, dass man mit einem Trainer erst ein halbes Jahr vor Ablauf des Vertrages offiziell verhandeln darf. Da aber Fodas Kontrakt nicht wie üblich Ende Juni, sondern schon ein Monat früher endet, war der 1. Dezember der Stichtag für eine Kontaktaufnahme.

Fodas Traum war aber immer ein Engagement in der Deutschen Bundesliga. Zumindest bei Hertha BSC könnte demnächst ein Arbeitsplatz frei werden. In Berlin ist der Sachverhalt ähnlich wie in Graz. Hertha wollte den mit Juni endenden Vertrag mit Markus Babbel verlängern, jetzt stehen die Anzeichen auf Abschied im Winter. Vor allem, weil sich der Münchner abfällig über den Verein äußert.

Nordlicht

Mit Aussagen wie "Der Berliner ist laut, redet viel, aber getan wird oft erst einmal wenig" (Berliner Zeitung) zog er sich den Unmut der Klubführung zu. In Berlin will man noch einmal mit Babbel reden, an eine Einigung glaubt aber niemand mehr. In der Boulevard-Presse tauchen in der Hauptstadt zwei mögliche Nachfolgekandidaten auf: Mike Büskens, derzeit noch Coach von Greuther Fürth – und eben Franco Foda. Foda war schon vor eineinhalb Jahren einmal bei Hertha im Gespräch, damals entschied man sich für Babbel.

Fodas Kokettieren mit deutschen Vereinen in den letzten Jahren hat nur einen Haken: Bis auf Kaiserslautern vor zwei Jahren lag nie ein konkretes Angebot vor. Somit ist der Meistercoach gezwungen, sich auch hierzulande nach Alternativen umzuschauen. Auch Salzburg würde den ehemaligen Teamchef-Kandidaten reizen.

 

Südwind

Sicher ist nur, dass Foda diese Woche noch auf der Sturm-Bank Platz nehmen wird, das Liga-Spiel in Ried am Samstag könnte die Abschiedsvorstellung werden. Am Mittwoch geht es für die Grazer darum, den Punktestand von der ersten Teilnahme an der Europa League zu egalisieren.

Vor dem Spiel gegen AEK Athen hat Sturm drei Punkte geholt, vor zwei Jahren wurden vier Zähler (alle gegen Galatasaray) in der Gruppenphase geholt.

Das Auswärtsspiel hat Sturm mit 2:1 gewonnen. Damals befanden sich die Griechen im Formtief, nach der Partie in Athen wurde Coach Monolo Jimenez gefeuert. Mit Nikolaos Kostenoglo läuft es besser: AEK ist in der griechischen Super League mittlerweile Erster.

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Erstellt am 13.12.2011