epa03272668 Germany's head coach Joachim Loew (R) and assistant coach Hansi Flick gesture durin a training session of the German national soccer team at the training ground next to the team hotel Dwor Oliwski in Gdansk, Poland, 19 June 2012. EPA/ANDREAS GEBERT

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Fußball
08/14/2013

Flick: Ein Nebendarsteller macht Karriere

Der Deutsche Hansi Flick war in Salzburg Co-Trainer, nun soll er DFB-Sportdirektor werden.

von Stephan Blumenschein

Es war der 23. August 2006: Salzburg befand sich gerade auf der Rückfahrt vom Flughafen München, nachdem man am Tag zuvor in der Champions-League-Qualifikation an Valencia gescheitert war. Kurz vor dem Walserberg nahm im Journalistenbus der damalige Pressesprecher Thomas Blazek das Mikrofon in die Hand und verkündete: „Hansi Flick wird uns verlassen und ein Angebot des DFB annehmen.“

Das Interesse der anderen Businsassen hielt sich allerdings in Grenzen. Der Abgang von einem der Co-Trainer wurde am Tag nach dem erstmaligen Ausscheiden aus der Champions-League-Qualifikation in der Ära Red Bull und zwei Tage vor der Auslosung der ersten UEFA-Cup-Runde nur als Randnotiz wahrgenommen. Flick war in Salzburg nur Assistent von Co-Trainer Lothar Matthäus gewesen und nur durch das Aufstellen von Hütchen vor den Trainingseinheiten öffentlich wahrnehmbar.

Das hat sich aber mittlerweile geändert. Flick, der nun schon seit fast sieben Jahren Assistent von Deutschlands Teamchef Joachim Löw ist, steht beim Deutschen Fußball-Bund, dem größten Landesverband der Welt, vor dem großen Karrieresprung: Der 48-Jährige soll den Posten des Sportdirektors übernehmen, der seit dem Abgang von Robin Dutt als Trainer zu Werder Bremen vakant ist.

Große Unterstützung

Flick hat viele Fürsprecher. Teamchef Löw hat schon klargestellt, dass er seinem Assistenten keine Steine in den Weg legen werden. Für den neuen deutschen U-21-Teamchef Horst Hrubesch ist Flick die „Idealbesetzung“ für den Posten, und auch Fußball-Ikone Franz Beckenbauer traut ihm den Job zu: „Hansi kann das.“

Flick macht keinen Hehl daraus, dass er sich geehrt fühlt: „Es hat mich stolz gemacht, dass die Anfrage da war.“ Er schloss aber gleichzeitig aus, dass es eine schnelle Entscheidung geben wird. „Es ist klar, dass ich bei allen positiven Ratschlägen alleine entscheide. Für mich ist erst einmal wichtig, das Spiel am Mittwoch gegen Paraguay zu absolvieren und die WM-Qualifikation in trockene Tücher zu bringen“, sagt der gebürtige Heidelberger, der am 6. September mit dem deutschen Nationalteam in der WM-Qualifikation in München auf Österreich treffen wird.

Schon als Fußballer hat Hans-Dieter Flick, den alle nur Hansi nennen, eine ordentliche Karriere hinter sich gebracht: Fast 150 Bundesligaspiele absolvierte er für Bayern und Köln, mit den Münchnern wurde er vier Mal Meister und einmal DFB-Pokalsieger. 1987 stand er in jener Bayern-Elf, die im Meistercup-Finale in Wien dem FC Porto mit 1:2 unterlag.

Verletzungspech

Allerdings musste er schon mit 28 Jahren nach mehreren schweren Verletzungen seine Profikarriere beenden. Als Trainer betreute er ab Sommer 2000 die TSG Hoffenheim 1899. Nach dem Aufstieg in die Regionalliga in der ersten Saison scheiterte er aber vier Mal mit dem aktuellen Bundesligisten am Versuch, in der zweite Bundesliga aufzusteigen. Im November 2005 kam es deshalb zur Trennung.

Im Juli 2006 kam Flick nach Salzburg, war im Red-Bull-Trainerteam persönlicher Assistent von Lothar Matthäus, der ja selbst nur Co-Trainer von Giovanni Trapattoni gewesen war. Nach seinem Abgang zum DFB wurde der Posten übrigens nicht mehr nachbesetzt.

Ob Flick nun wirklich DFB-Sportdirektor wird, soll sich möglichst bis zum DFB-Bundestag am 24. und 25. Oktober in Nürnberg entscheiden.

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