Sport | Fußball
19.01.2012

FIFA: "Alkohol ist Teil der WM"

Für den Fußball-Weltverband ist Bierverkauf in den brasilianischen Austragungsstätten der WM 2014 ein Muss.

Fußball ohne Bier? Das ist nicht nur für so manchen Fan, sondern auch für die FIFA nicht vorstellbar. Der Weltverband besteht daher auf das Recht auf Bierverkauf während der WM 2014 in Brasilien. Man will einerseits das Alkoholverbot in den Stadien nicht tolerieren, andererseits sicherstellen, dass nur offizielles WM-Bier und keine einheimischen Getränke verkauft werden.

Generalsekretär Jerome Valcke sagte am Mittwoch in Rio de Janeiro, dass die FIFA bereit sei, in Brasilien 300.000 Tickets der günstigeren Preis-"Kategorie 4" etwa für Senioren und Schüler sowie rund 100.000 Gratis-Tickets u.a. für Indigene und Empfänger der Familiensozialhilfe zu reservieren.

Eines sei aber nicht verhandelbar: Das Recht auf Bier. "Der Alkohol ist Teil der FIFA-WM. Darüber verhandeln wir nicht. Das (WM-) Gesetz muss eine Bestimmung enthalten, wonach wir das Recht haben, Bier zu verkaufen, keine `Caipirinha`, sondern nur Bier", betonte Valcke im Gespräch mit Auslandskorrespondenten.

"Die WM ist schon morgen"

Top-Funktionär Valcke zeigte sich irritiert darüber, dass das Gesetz ("Lei Geral da Copa") noch immer in der Warteschleife hänge. Schließlich sei die WM an Brasilien auf Basis einer vom damaligen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva unterschriebenen Vereinbarung vergeben worden, die alle Garantien abdecke.

"Wir verhandeln seit 2007, haben jetzt das Jahr 2012 und es wird Zeit, dass wir das Thema beenden. Die WM ist schon morgen, und wir diskutieren noch immer etwas, was vor fünf Jahren vereinbart und unterschrieben wurde", erklärte Valcke. Bis zur Verabschiedung des WM-Gesetzes kann es aber noch dauern.

Strittig ist vor allem, ob bei der WM das Alkoholverbot in den Stadien aufgehoben wird. Der Entwurf muss zunächst in einem Sonderausschuss des Abgeordnetenhauses und dann im Plenum entschieden werden. Dann muss der Senat abstimmen und Präsidentin Dilma Rousseff noch unterschreiben.

Unbestreitbar scheint hingegen, dass es der FIFA in der Causa nur periphär um die Fans und hauptsächlich um die Zufriedenstellung des WM-Sponsors Budweiser gehen dürfte.