340.000 Euro für blamierte Salzburger

FC Red Bull Salzburg - F91 Dudelange
Foto: AP/Andreas Schaad Red Bull Salzburg bekommt nach dem missglückten Auftritt in der Champions-League-Qualifikation nun Geld von der UEFA.

Nach dem frühen Champions-League-Aus gegen Düdelingen erhalten die Bullen nun Geld aus dem Solidaritätstopf.

Es ist in die Fußball-Geschichte eingangen als die größte Blamage für einen österreichischen Fußballklub in der Geschichte europäischer Wettbewerbe, das Ausscheiden von Meister Salzburg in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation im Juli gegen die Halbprofis von Luxemburgs Meister Düdelingen.

Nun erhalten die Salzburger für den blamablen Aufritt eine ziemlich stattliche Summe, nämlich 340.000 Euro. Das Geld kommt aus dem Solidaritätstopf der UEFA.

Über 38,5 Millionen Euro schüttet die Vereinigung Europäischer Fußballverbände in dieser Saison aus den Einnahmen der Champions League und der Europa League an alle 183 Qualifikations-Teilnahmer aus.

Das Geld wird nach einem Schlüssel verteilt. Pro Qualifikations-Runde gibt es in der Champions League 140.000 Euro, in der Europa League 100.000 Euro. Die ausgeschiedenen Meister erhalten zusätzlich 200.000 Euro.

Geldregen für Rapid

Neben Salzburg partizipieren auch die anderen drei Europacup-Teilnehmer aus dem Solidaritätstopf. Admira und Ried erhalten für das Überstehen der zweiten und das Ausscheiden in der dritten Europa-League-Qualifikationsrunde je 200.000 Euro, Rapid bekommt für das Überstehen der dritten Qualifikationsrunde 100.000 Euro.

Dazu erhält Österreichs Rekordmeister noch 1,3 Millionen Euro Startgeld für die Europa-League-Gruppenphase, eine 200.000 Euro Prämie für den Sieg gegen Metalist Charkiw plus die noch nicht fixierten Gelder aus dem UEFA-Marktpool (Gesamtdotation: 83,5 Mio Euro).

Für Salzburg-Bezwinger Düdelingen hat sich diese Europacup-Saison finanziell ausgezahlt, obwohl die Gruppenphase verpasst worden ist. Die Luxemburger erhalten 720.000 Euro aus dem Solidaritätstopf und damit so viel wie kein anderer Verein.
 

Manchmal passieren eben noch Fußballwunder. In diesem Fall zum Leidwesen der Mannen von Red Bull Salzburg, denn F91 Düdelingen - immerhin Meister der Fußballmacht Luxemburg - setzte sich in der zweiten Quali-Runde zur Champions League dank dreier Auswärtstore gegen die Profis aus Salzburg durch. Wie es soweit kommen konnte. Salzburg ging bereits mit einem 0:1-Rückstand aus dem Hinspiel in die Partie. Den vorgenommenen "schnellen Treffer" konnten die Bullen nicht realisieren.
Stattdessen zeigten sich die Gäste im Konter immer wieder gefährlich und gingen letztlich auch verdient in Führung. Bullen-Coach Roger Schmidt konnte sich in seinem Ärger und Frust zunächst noch zurückhalten. Seine Salzburger kämpften sich gegen die Halbprofi-Truppe aber wieder zurück. Jantscher besorgte zunächst den raschen Ausgleich. Und Hinteregger brachte die Bullen vor der Pause vermeintlich auf Kurs. Zur Halbzeit waren alle Salzburger noch guter Dinge. Doch die Halbprofis aus dem Großherzogtum erwischten einen Traumstart in Halbzeit zwei. Aurelien Joachim mit dem Ausgleich. Lange Gesichter bei Salzburg. Thierry Steinmetz mit dem 3:2 für die Gäste aus Düdelingen. Blankes Entsetzen bei den Bullen. Gästecoach Didier Phillipe motivierte sein Team immer weiter - um letztlich als glücklichster Verlierer des Tages vom Platz zu gehen. Für Roger Schmidt war es die wohl bitterste Pleite seiner Trainerlaufbahn. Zwei Treffer durch Wechselspieler hatten seine Bullen sogar noch zum 4:3-Sieg geführt. Bittersüß schmeckte dieser Sieg - es ist die größte Blamage die ein österreichischer Klub im Europacup je erlebt hat.
National sind die Shamrock Rovers eine Macht, international ein eher unbeschriebenes Blatt. Die Iren beendeten die vergangene Europa-League-Saison mit null Punkten - als bislang einziges Team in der Geschichte des Wettbewerbs. Gegen PAOK Thessaloniki, Rubin Kasan und Tottenham Hotspur setzte es in sechs Spielen sechs Niederlagen. Das Torverhältnis: 4:19. Ähnlich gruselig liest sich die Zwischenbilanz von Rapid: Fünf Spiele, fünf Niederlagen. Torverhältnis: 3:14. Im letzten Spiel verschönerten die Hütteldorfer mit einem Sieg das Tabellenbild ein wenig. Im Vorgängerbewerb der Europa League - dem UEFA-Cup - erwischte es 2008/09 gleich drei Teams. Sowohl Partizan Belgrad... ...als auch der SC Heerenveen und Feyenoord Rotterdam blieben ohne Punkte. Damals aber noch mit anderem Modus: In Fünfergruppen spielten die Teams nur einmal gegeneinander, bestritten in der Gruppenphase also nur vier Spiele. In der UEFA-Cup-Gruppenphase 2007/08 verabschiedeten sich der griechische Vertreter AE Larisa... ...und Roter Stern Belgrad - das unter anderem gegen Bayern München verlor - punktelos aus dem Wettbewerb. Auch in der Champions League müssen immer wieder Teams punktelos die Segel streichen - letzte Saison waren es sogar derer drei. Der FC Villareal konnte in einer Gruppe mit Manchester City, Bayern München und SSC Napoli nicht anschreiben. Auch Otelul Galati - das unter anderem auf Aleksandar Dragovic und seinen FC Basel traf - sowie... Dinamo Zagreb (hier gegen Real Madrid) verloren sämtliche Gruppenspiele. Die Champions-League-Saison 2010/11 produzierte zwei "Nullpunkter". MSK Zilina hatte in einer Gruppe mit Chelsea, Marseille und Spartak Moskau ebenso keine Chance... ...wie Partizan Belgrad gegen Schachtjor Donezk, Arsenal und Braga. Noch schlimmer erwischte es Maccabi Haifa im Jahr davor. In der Gruppenphase der Königsklasse gegen Bordeaux, Bayern und Juventus reichte es in sechs Spielen nicht einmal zu einem Tor. Der ungarische Vertreter VSC Debrecen erzielte zwar derer fünf, für einen Punkt reichte aber auch das nicht. 2008/09 holten alle Teams in der Champions League zumindest einen Zähler, ein Jahr davor war Dynamo Kiew allerdings nicht nur gegen Manchester United chancenlos gewesen. Die Bilanz: null Punkte, 4:19 Tore.
(KURIER) Erstellt am
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