Sport | Fußball 05.12.2011

"Es war ein Spiel mit Hängen und Würgen"

Reaktionen zum Spiel Wacker - Salzburg

WACKER - SALZBURG:

Ricardo Moniz (Salzburg-Trainer): "Ich glaube nicht, dass es ein glücklicher Sieg war. Wir haben zwar in der ersten Hälfte nicht gut gespielt und viele Bälle hergeschenkt, dann aber mit einer schönen Aktion einen Elfmeter herausgeholt und diesen auch verwandelt. Dazu hatten wir auch noch einen Lattenkopfball. Deshalb denke ich, dass wir verdient als Sieger vom Platz gegangen sind - auch wenn es kein berauschendes Spiel war."

Walter Kogler (Innsbruck-Trainer): "Es war ein tolles Match mit sehr vielen Szenen, aber leider mit einem schlechten Ende für uns. Die Mannschaft hätte sich einen Punkt verdient gehabt. Wir haben seit dem Wiederaufstieg kein so ein Spiel gesehen, wo wir Salzburg so dominieren konnten wie heute. Wir waren klar die bessere Mannschaft bis zum Elfmeter für Salzburg. Man kann meiner Mannschaft nur gratulieren, wir haben sehr gute Chancen vorgefunden, aber (Salzburg-Tormann) Gustafsson war sehr stark. Wir sind letztlich unter Wert geschlagen worden."

Georg Harding (Innsbruck-Außenverteidiger): "Es gibt zwei Elfmeter, Salzburg trifft und wir verschießen ihn, das war heute der Unterschied. Salzburg ist eben eine Klassemannschaft. 'Perstl' (Perstaller) darf man (wegen des verschossenen Elfers) keinen Vorwurf machen. Wir haben den Salzburgern alles abverlangt, alles probiert, sind aber leider nicht belohnt worden."

Zu Salzburgs Brasilianer Leonardo, der im Finish und nach dem Schlusspfiff von den eigenen Mitspielern kaum zu bändigen war, weil er angeblich von Harding rassistisch beschimpft worden war, meinte der Abwehrspieler: "Man hat ja gesehen, wer die ganze Zeit die 'Pfeif'n' offen gehabt hat. Wenn das so weitergeht, wird er bald die Rechnung dafür präsentiert bekommen." Den von Salzburg-Kapitän Gustafsson erhobenen Vorwurf, dass er den Südamerikaner durch eine rassistische Äußerung provoziert habe, wies er entschieden zurück: "Ich weiß nicht, woher Gustafsson das her hat. Das ist alles erstunken und erlogen. Ich bin einer der mit vielen Mitteln arbeitet, mit solchen aber nicht."

Simon Cziommer (Salzburg-Mittelfeldspieler) über den spanischen Wacker-Innenverteidiger Inaki Bea, der von Salzburgs Innenverteidiger Ibrahim Sekagya aus Uganda tätlich attackiert worden war, das Schiedsrichter-Team ahndete dieses Vergehen jedoch nicht: "Rassistische Aussagen haben am Fußball-Platz nichts zu suchen. Fair-Play ist geboten im Sport. Mehr will ich dazu nicht sagen." Mit welchen Worten Bea den Afrikaner beleidigt haben soll, wollte der Deutsche nicht wiederholen.

Zum Spiel meinte Cziommer: "Ich denke, dass dieses Spiel klar zugunsten von Innsbruck gelaufen ist. Wir holen durch die einzige Aktion den Elfer heraus, und der sitzt zum Glück. Es war unglaublich, dass Eddie diesen Ball (beim Elfer) pariert hart. Er hat die Nerven behalten, der Schütze nicht. Wir haben nicht unser Spiel aufgezogen, haben nicht über die Flügel gespielt und damit Innsbruck stark gemacht. Es war ein Spiel mit Hängen und Würgen, sicher nicht ansehnlich."

AUSTRIA - RIED:

Karl Daxbacher (Austria-Trainer): "Letzten Endes war es ein glücklicher Sieg. In der zweiten Hälfte war Ried stärker, wir haben dann drei, vier Konterchancen ganz schlecht herausgespielt. In der ersten Hälfte haben wir gefällig kombiniert, wir machen uns durch vergebene Chancen dann aber das Leben selbst schwer. Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir uns leistungsmäßig weiterentwickelt haben. Ich bin sehr optimistisch für die Meisterschaft und die Europa-League-Qualifikation."

Markus Suttner (erzielte das Siegestor für die Austria): "Wir haben uns in der zweiten Hälfte schwergetan, da ist Ried aufgekommen. Wir hätten schon 2:0 führen müssen. Gottseidank haben wir es rübergebogen."

Paul Gludovatz (Ried-Trainer): "Pech gibt es nicht. In der ersten Hälfte waren wir zu grün, zaghaft, haben kaum Zweikämpfe gewonnen. Die zweite Hälfte war etwas besser. Es fehlt noch etliches. Die Laufleistung hat gestimmt, nicht gestimmt hat die Übereinstimmung im Mittelfeld, und wir haben Probleme beim einen oder anderen Standard gehabt."

Florian Mader (Mittelfeldspieler Ried): "Es ist eine unverdiente Niederlage, aufgrund der zweiten Hälfte hätten wir uns einen Sieg verdient. Beim 1:0 durch Hlinka hätte ich mehr Richtung Ball gehen müssen, das nehme ich auf meine Kappe."

Erstellt am 05.12.2011