Kurzer Auftritt: Ivo Ištuk war einen Monat lang Trainer in Hartberg.

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Erste Liga
10/18/2014

Ein Trainer flüchtete vor der Wettmafia

Ex-Hartberg-Coach Ivo Ištuk soll nahegelegt worden sein, Spiele zu manipulieren.

von Mirad Odobasic

Die Trennung folgte zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Einen Tag vor dem Saisonauftakt in der Erste Liga verkündete Hartberg die Trennung von Ivo Ištuk. Die mangelnden Deutschkenntnisse des bosnischen Trainers hätten "ein zu großes Hindernis" dargestellt, hieß es in der Presseaussendung des steirischen Klubs.

Nun, drei Monate danach, spricht der 60-Jährige darüber, warum er Hartberg nach nicht mal einen Monat im Amt fluchtartig verlassen hat. "Die beiden bosnischen Manager Muhamed Ćosić und Živko Budimir haben mich nach Hartberg vermittelt und versucht, mich zu einem Teil der Wettmafia zu machen", erzählt Ištuk in einem Interview für die bosnische Zeitung Sport Avaz.

Abruptes Ende

Für den Wechsel zum österreichischen Erstligisten will sich einer der trophäenreichsten bosnischen Klubtrainer wegen der rosigen Perspektiven entschieden haben: "Ćosić sagte mir, dass reiche Leute aus Aserbaidschan eine Million Euro in den Klub investieren wollten." Doch, dann soll der Bösewicht aufgetaucht sein, der Traum von einem idyllischen Arbeitsplatz platzte. "Mit der Klubführung einigte ich mich auf einen Dreijahresvertrag, alles schien in Ordnung zu sein – bis Budimir plötzlich ein herzegowinisches Wettbüro als neuen Hauptsponsor ins Spiel brachte. Er sagte, wir müssten die besagte Million über das Wettbüro wieder zurückgeben", sagt Hartbergs Kurzzeittrainer der Sport Avaz. Nachdem Budimir Ištuk befohlen hatte, Spiele zu manipulieren, entschied sich der Coach, die Mission Hartberg abrupt zu beenden. Seinen Weggang bezeichnet er im Interview als eine Selbstverständlichkeit.

Kurios an der Geschichte: Der Bosnier hatte zu keinem Zeitpunkt einen Vertrag mit Hartberg abgeschlossen. Einen Vertrag gab es nur mit der Agentur von Ištuk’s Langzeitmanager Ćosić. Einige Gehälter sollen nicht ausbezahlt worden sein. "Nachdem das Klubpräsidium die dunklen Machenschaften gerochen und vor der Balkan-Lobby Angst bekommen hatte, bot man mir an, einen Vertrag direkt mit dem Klub zu unterschreiben", erzählt Ištuk. Er lehnte es aus "Loyalität" zu Ćosić ab.

Hartberg kündigte daraufhin den Vertrag mit der Agentur, die sich seitdem nicht mehr bei Ištuk meldete. Dieser will nun klagen – und weiter auspacken.

Die Bundesliga ermittelt – auch, ob Ištuk nicht doch schon von Anfang an mehr wusste, als er sagt.

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