Leader und Lotse: Aigner führt mit Altach bereits den dritten Klub ins Oberhaus.

© Georg Diener Agentur Diener/DIENER / Eva Manhart

Erste Liga
04/28/2014

Das nächste Dorf ist am Ball

Altach (6000 Einwohner) steht vor dem Aufstieg in die Bundesliga.

von Christoph Geiler

Dies ist ein Aufruf an alle österreichischen Fußballvereine, die 2019 den Aufstieg in die Bundesliga anstreben: Wer in fünf Jahren dieses Ziel ansteuern möchte, der sollte am besten Hannes Aigner an Bord nehmen. Denn der 33-jährige Stürmer ist so etwas wie die personifizierte Aufstiegshilfe, er wird von seinen Vereinen als Heilsbringer auf dem Weg in die Bundesliga hoch geschätzt und gerne verpflichtet. "Das funktioniert immer im Fünfjahresrhythmus", sagt der Routinier und schmunzelt.

2004 gelang Hannes Aigner mit Wacker Innsbruck der Sprung in die Bundesliga.

2009 schaffte der Weerberger mit Wiener Neustadt den Aufstieg.

2014 steht er nun mit Altach zum dritten Mal vor der Rückkehr in die oberste heimische Spielklasse.

Erfolgskurs

Die Vorarlberger biegen mit 14 Punkten Vorsprung auf Austria Lustenau in die Zielgerade ein. Ein Punkt im Auswärtsspiel gegen Cup-Semifinalist St. Pölten in der NV-Arena (18.30 Uhr), und den Altachern ist dank der hervorragenden Tordifferenz fünf Runden vor Schluss der Titel nicht mehr zu nehmen. "Das geben wir nicht mehr aus der Hand", sagt Aigner.

Und das soll jetzt keineswegs arrogant wirken, aus dem Topscorer der zweiten Leistungsstufe (16 Saisontore) sprechen die pure Überzeugung und das Selbstvertrauen nach einer perfekten Saison, in der die Altacher in einer eigenen Liga spielen.

Erfolgstrainer

Der Siegeszug der Vorarlberger, die nach fünf Jahren Abwesenheit ein Bundesliga-Comeback feiern, hat viele Väter. Einer heißt Damir Canadi und ist der Erfolgstrainer des Vereins aus der 6000-Seelen-Gemeinde, der längst aus dem Schatten der Vorarlberger Traditionsklubs Austria Lustenau oder SW Bregenz (Vorletzter in der Regionalliga West) getreten ist.

Der 43-Jährige ist keiner, der wie so viele andere kraft seiner Verdienste als Spieler oder durch Vitamin B auf die Betreuerbank gekommen ist, Canadi hat das Trainer-Handwerk von der Pike auf gelernt und sich in zehn Jahren von der Amateurliga hochgedient und sich einen Namen als profunder Fußballkenner gemacht. Mittlerweile wird der 43-Jährige längst nicht mehr belächelt, und auch Routinier Hannes Aigner, der in seiner Karriere schon mit vielen Trainern zu tun hatte, ist angetan. "Weil er ein geradliniger Typ ist und du bei ihm als Spieler immer genau weißt, woran du bist. Ich kenne das auch anders."

Erfolgskonzept

Auch der Teamspirit der Altacher ist nicht selbstverständlich: Als die Mannschaft im Winter vor die Wahl gestellt wurde, entweder ein Trainingslager im Süden zu absolvieren oder im Frühjahr zu allen Auswärtsspielen im Osten mit dem Flieger zu reisen, erklärten sich die Spieler sofort bereit, die Kosten für das Vorbereitungscamp mitzutragen. Seither fliegen sie zu den Partien ins Burgenland, nach Wien, Niederösterreich und in die Steiermark.

Mit diesem Teamgeist, einigen Verstärkungen und der aktuellen Fußball-Euphorie in Altach traut Aigner seinem Team auch in der Bundesliga einiges zu, die dank dem Aufsteiger noch mehr zu einer Dörferliga verkommt. "Wieso sollte Altach sich nicht oben etablieren und ein zweites Ried werden?", fragt der Goalgetter.

Und seine persönliche Zukunft? 2019 wäre nach dem Aigner’schen Fünfjahresrhythmus ja wieder so ein Aufstiegsjahr. "Vielleicht spiele ich ja dann noch immer", sagt der Tiroler. Und vielleicht benötigt dann ja sein Ex-Klub Innsbruck die Hilfe des Heilsbringers.

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