Ring frei: Dragovic (hinten) zeigte gegen Ibrahimovic schon mehrmals, was er kann.

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EM-Qualifikation
09/08/2015

Zlatan Ibrahimovic in der Nebenrolle

Ob Zlatan Ibrahimovic spielt oder nicht, Österreich will in Schweden das EM-Ticket lösen.

von Alexander Strecha

Kann Zlatan spielen oder nicht? Die Ibrahimovic-Frage beherrschte am Tag vor dem Spiel gegen Österreich die Diskussionen unter den schwedischen Fußballfans. Denn der 33-jährige Superstar laboriert an den Folgen einer Einblutung im Bauchmuskelbereich, trainierte aber gestern. "Nach dem heutigen Training sieht es positiv aus. Alles ist möglich – dass er gar nicht dabei ist, vorerst nur auf der Bank sitzt oder von Beginn an spielt", sagte Teamchef Erik Hamren.

Die Österreicher lassen sich vom Ibra-Theater nicht aus der Ruhe bringen. Doch Ibrahimovic hat für die Koller-Schützlinge ohnehin an Schrecken verloren, wie Zlatko Junuzovic bestätigt. "Der große Unterschied ist, dass es die meisten von uns von Woche zu Woche mit Superstars in der Liga zu tun haben. Irgendwie wird das für viele von uns zum Alltag, wenn du gegen Bayern, Gladbach, Wolfsburg, Schalke und so weiter spielst. Du weißt dann, dass du mit Stars wie Ibrahimovic mithalten kannst." Welchen Unterschied würde das Fehlen von Ibrahimovic tatsächlich machen? "Ola Toivonen ist auch ein großer, kopfballstarker Stürmer", weiß Aleksandar Dragovic.

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Die Österreicher brauchen einen Punkt, um das EM-Ticket nach Frankreich buchen zu können. Sie wollen die Qualifikation ohne Niederlage überstehen. "Wir sind gekommen, um drei Punkte zu holen", meint Zlatko Junuzovic mit dem Selbstvertrauen eines Goldtorschützen.

Die Spieler haben am Samstag vor dem Moldawien-Spiel die erste Hälfte von RusslandSchweden vor dem Fernseher mitverfolgt. Man zeigte sich kollektiv überrascht. Junuzovic: "Man hatte den Eindruck, dass die Schweden Angst hatten. Wenn sie die in Stockholm auch haben, müssen wir das ausnutzen."

Revanche

Noch dazu möchte sich das Team für das 1:2 in der vergangenen WM-Quali revanchieren. "Ja, wir haben in Stockholm noch eine Rechnung offen, das motiviert uns noch mehr. Viel hat ja nicht gefehlt beim letzten Mal. Es waren nur ein paar Minuten", rechnet Marc Janko vor. Aber in eben diesen Schlussminuten machte Ibrahimovic den Unterschied aus und schoss die Schweden zum Sieg. "Wir sind jetzt weiter als damals", sagt Janko. "Ich bezweifle, dass wir sie an die Wand spielen werden, es wird genauso eng wie auswärts gegen Russland. So ist das auf diesem Level."

Teamchef Marcel Koller glaubt ohnehin nicht, dass die Schweden blind nach vorne stürmen werden: "Sie setzen nicht alles auf eine Karte, weil sie auch Respekt vor uns haben."