Mit dem Kopf durch die tschechische Wand: Prosenik (li.) will mit Rapid in Pilsen den Aufstieg fixieren

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Europa League
11/04/2015

Ein Punkt fehlt Rapid zum Euro-Jackpot

Ein Remis in Pilsen fehlt zum Aufstieg. Was Rapid mit den Millionenprämien planen würde.

von Alexander Huber

20 Jahre ist es schon wieder her, dass Rapid im Europacup überwintert hat. Am 2. November 1995 brachte der 4:0-Triumph nach Verlängerung gegen Sporting Lissabon den Sprung in das Viertelfinale im Cup der Cupsieger. Am Ende dieser Saison feierte der damalige Spieler Zoran Barisic den Einzug in das Europacup-Finale und den Meistertitel.

Morgen würde Barisic als Rapid-Trainer schon über einen Punkt jubeln. Mit einem Unentschieden beim tschechischen Meister in Pilsen (19 Uhr) hätten die Grünen den Aufstieg in das Sechzehntelfinale der Europa League nach vier Spieltagen geschafft.

Der größte Erfolg der Ära Barisic würde einen Millionenregen auslösen. Schon jetzt hat Rapid aufgrund der stark angestiegenen Prämien mehr verdient als beim Finaleinzug vor 20 Jahren: Insgesamt 5,4 Millionen Euro bis zum Einzug in die Gruppenphase der Europa League. Dazu 1,08 Millionen für die drei Siege. Das fehlende Remis in Pilsen würde 120.000 Euro bringen, plus 500.000 für das Überwintern. Wenn die Hürde Pilsen auch auswärts genommen wird, könnten also 6,6 Millionen an Prämien fix eingeplant werden.

Zweistellig

Nicht zu vergessen sind die Ticketeinnahmen aus fünf Heimspielen und dem angestrebten sechsten im Februar 2016. Zusätzlich darf noch mit zumindest einer Million extra aus dem aufgestockten UEFA-Marktpool gerechnet werden. Macht auf jeden Fall eine zweistellige Millionensumme.

Was würde Rapid mit diesem Euro-Jackpot anstellen? "Einnahmen heißt nicht gleich Gewinn", bremst Geschäftsführer Christoph Peschek. "Wir haben den Faktor Leistung in den Spielerverträgen verstärkt. Im Erfolgsfall fließen also höhere Prämien", sagt Peschek. Außerdem kosten im Europacup Reisen, Security und Organisation zusätzlich einiges.

Für den großen Rest wurde ein Plan entwickelt, den Peschek und Sportdirektor Andreas Müller fast wortgleich abrufen. Müller: "Wir können agieren, das ist neu. Rapid wird weder ein Sparverein, noch leichtsinnig."

Eigenkapital aufbauen Ganz oben auf der Liste steht der erstmalige Aufbau von Reserven, um später auch ohne Spielerverkäufe flott reagieren zu können.

Vertragsverlängerungen Sowohl Stammkräfte wie Petsos als auch Top-Talente sollen langfristig, logischerweise mit besseren Verträgen, gehalten werden.

Infrastruktur verbessern Im Trainingszentrum im Prater sollen noch bessere Bedingungen geschaffen werden.

Bleibt die Frage: Wird es im dritten Winter mit Müller erstmals einen Jänner-Zugang geben? "Wenn es der Markt hergibt und für uns passt, könnten wir einen für den Sommer geplanten Transfer schon vorziehen."