Sport | Fußball 09.02.2018

Ein deutsches Topspiel mit österreichischem Aspekt

Michael Gregoritsch ist aktuell in starker Form. © Bild: AP/Matthias Schrader

Am Freitag treffen die Leipziger auf Augsburg und dabei viele Österreicher aufeinander.

"Die Aufgabe ist mit einem Topspiel zu vergleichen." So formulierte es Ralph Hasenhüttl, Trainer von RB Leipzig, vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg am heutigen Freitag. Ein Blick auf die Tabelle gibt dem Steirer recht: Leipzig ist Dritter, Augsburg Siebter, mit einem Sieg könnten die Augsburger bis auf einen Punkt an RB heranrücken.

Die sportliche Standortbestimmung wird jedenfalls österreichischen Einschlag haben, beide Mannschaften haben drei Österreicher im Kader. Beim Sieg der Leipziger letzte Woche in Mönchengladbach spielten Konrad Laimer und Marcel Sabitzer durch, Stefan Ilsanker wurde kurz vor Schluss eingewechselt. Auf Augsburger Seite traf der Steirer Michael Gregoritsch beim 3:0 über Frankfurt einmal, es war sein neuntes Saisontor und ein durchaus sehenswertes. Die Innenverteidigung bildete mit Martin Hinteregger und Kevin Danso ein österreichisches Duo.

Brisanz bekommt die Partie aber nicht nur durch die sportliche Bedeutung. Beim Hinspiel in Augsburg, bei dem Gregoritsch das einzige Tor des Spiels erzielte, war Hasenhüttl unmittelbar nach dem Abpfiff auf das Feld gestürmt, hatte wild auf Augsburg-Kapitän Daniel Baier eingeredet und ihm den Handschlag verweigert. Dieser hatte während dem Spiel den Trainer der Leipziger mit einer obszönen Gäste provoziert. Baier wurde zu einem Spiel Sperre verurteilt, 20.000 Euro Strafe musste er außerdem zahlen. Dennoch, seine Reaktion damals wäre "nicht richtig" gewesen, sagt Hasenhüttl jetzt. Augsburg-Trainer Manuel Baum will nicht mehr über die Vorfälle beim Hinrunden-Match reden. "Wir betrachten Leipzig sportlich", sagte er am Donnerstag.

Mehr Schulden bei RB

Finanziell betrachtet hat RB Leipzig seine Schulden erhöht. Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Hauptgesellschafter Red Bull sind im Geschäftsjahr 2016 auf 83,2 Millionen Euro gestiegen, im Jahr davor waren es noch 52,4 Millionen. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Jahresabschluss des Klubs hervor. Grund dafür sind die Verpflichtungen, die RB nach dem Aufstieg in die Bundesliga tätigte. Ralph Hasenhüttl, Timo Werner und der Naby Keita waren alle im Sommer 2016 nach Leipzig gekommen. Parallel stieg Leipzigs Umsatz von 80 Millionen auf 118 Millionen Euro. Das sei vor allem darauf zurückzuführen, dass 2016 VIP-Logen und der Business Seats bei fast jedem Spiel ausverkauft gewesen wären, heißt es im Finanzbericht.

( kurier.at ) Erstellt am 09.02.2018