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Hütteldorfer Zukunft
10/30/2012

Edlinger: "Bin von diesem Weg überzeugt"

Rapid-Präsident Edlinger spricht im Interview über die Zukunft des Trainers, die Vertragsverhandlung mit Hofmann und Fan-Frust.

von Alexander Huber

KURIER: Hofmann hat gegen Salzburg seinen Sonderstatus bewiesen. Wann wollen Sie den im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern?
Rudolf Edlinger: Steffen Hofmann ist ein toller Spieler mit hoher menschlicher Qualität und für Rapid immens wichtig – auf und abseits des Platzes. Ich bin mit ihm übereingekommen, demnächst entsprechende Gespräche aufzunehmen.

Hofmann und Trainer Schöttel waren vor dem Schlüsselspiel gegen Salzburg die Einzigen, die Rapid öffentlich vertreten haben. Warum haben Sie nicht versucht, die nach zwei Pleiten im Umfeld aufgekommene Hysterie zu beruhigen?
Ich äußere mich öffentlich regelmäßiger als alle anderen Vereinspräsidenten. Aber ich betone nicht jede Woche, dass wir natürlich zum Trainerteam, den Spielern und dem eingeschlagenen Weg stehen.

Speziell in den Online-Foren der Fans war der Frust immens. Muss da der Verein nicht Stellung beziehen?
Diese Foren lese ich nicht, weil ich diese halb-anonyme, gesichtslose Form der Diskussion nicht sonderlich schätze. Diese emotionale Unfairness stört mich. Ich bin aber für jedes persönliche Gespräch offen und beantworte pro Jahr auch rund 500 Mails persönlich.

Was schreiben Fans an Sie?
Für so manches, was vor dem 2:0 geschrieben wurde, schämen die sich heute vielleicht schon. Durch das Internet ist die Kommunikation schneller, aber nicht fairer geworden, weil die Leute am Computer ihren Frust auslassen und dafür nicht mehr einen Brief schreiben und aufgeben müssen. Ich nehme diese Meinungen zur Kenntnis, möchte dazu aber Grundsätzliches feststellen.

Gerne.
Ein so großer Verein wie Rapid ist nicht auf Zuruf von außen zu führen. Sonst müsste ich alle 14 Tage die Vereinspolitik ändern. Wenn da einer an der Spitze steht, der sich nach zwei Niederlagen fürchtet, geht gar nichts mehr. Wir im Präsidium haben ja auch die Verantwortung, die bis zur persönlichen finanziellen Haftung geht, zu tragen.

Sichtbare Weiterentwicklung

Im Hanappi-Stadion erlauben Sie alle, auch sehr kritische Transparente, sofern diese nicht gegen Gesetze verstoßen. Wie gehen Sie mit Kritik durch Fans um?
Mich stört, dass manche Fans glauben, sie wären der Verein. Nein, Rapid sind wir alle zusammen. Und da muss man reden, am besten persönlich. Das antworte ich auch auf sehr grobe Mails. Aber diese Einladung nehmen dann nur wenige an. Es gibt ja im Moment leider Gruppierungen, die sich wild gebärden, aber nicht mit dem Verein kommunizieren wollen.

Wie laufen die Gespräche mit Peter Schöttel über die geplante Vertragsverlängerung? Er war sich zuletzt ja nicht mehr sicher, ob sein Weg mit den Jungen vom Verein voll mitgetragen wird.
Wir sprechen darüber ohne Nervosität. Ich bin vom Erfolg mit diesem Weg überzeugt. Es ist ja auch in allen Aspekten eine kontinuierliche Weiterentwicklung sichtbar, das sollte wirklich jeder erkennen. Nur hat der Sprung in die Gruppenphase bei manchen eine Euphorie ausgelöst, die vergessen ließ, dass ein junges Team mitunter Rückschläge erleidet.

Die Rückschläge gegen die Austria und Leverkusen waren aber massiv.
Ja, aber davor gab es in Charkiw eine Stunde lang die beste Rapid-Leistung seit vielen Jahren zu sehen. Und danach wurde so viel zusammengekaufte Salzburger Qualität besiegt, wie wir sie nie uns nie leisten könnten. Aus Amateuren werden eben nicht in wenigen Monaten Super-Profis ohne Leistungsschwankungen. Rapid hat früher auch auf zweitklassige, aber routinierte Legionäre gesetzt, um kontinuierliche Leistungen sicherzustellen. Da ist der aktuelle Weg mit den Jungen mit all seinen kalkulierten Rückschlägen sicher der bessere.

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