Sport | Fußball
16.03.2016

Dragovic: "Bei ihm dürfen wir auch Fehler machen"

Der Teamspieler über Marcel Koller und sein Aus in der Champions League mit Dynamo Kiew.

Aleksandar Dragovic erfuhr wenige Stunden vor seinem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Manchester City von der Vertragsverlängerung Marcel Kollers beim ÖFB.

Der 25-Jährige lag gerade in seinem Zimmer in Manchester als er die Botschaft erhielt. "Ich hab’ davor auch nix gewusst davon und zuerst einmal gestaunt", erzählt der 25-Jährige. "Deshalb hab’ ich gleich alle möglichen Internet-Seiten abgerufen um zu schauen, ob es eh stimmt."

Und natürlich hat er sich nicht geärgert über die weitere Zusammenarbeit mit dem Schweizer, unter dem er zum Führungsspieler in der Abwehr im Nationalteam gereift ist. "Ich bin sehr froh, dass er verlängert hat und es ist auch gut, dass es jetzt schon offiziell ist. Damit können wir uns auf das Wesentliche konzentrieren."

Dragovic erinnert sich nicht ganz so gern daran, dass er unter Koller Anfangs in der Innenverteidigung nicht erste Wahl war und Sebastian Prödl und Emanuel Pogatetz den Vortritt lassen musste. "Wer mich kennt, weiß, dass das nicht leicht für mich war."

Schnee von gestern.

Heute schwärmt der Wiener mit serbischen Wurzeln, der bereits 43 Länderspiele auf dem Buckel hat, von der Zusammenarbeit mit dem 55-Jährigen und hebt seine menschliche Seite hervor. "Koller ist ein Trainer, der genau weiß, was er will. Was mir an ihm imponiert ist, dass wir bei ihm auch Fehler machen dürfen. Er weiß, dass das menschlich ist und bis zu einem gewissen Grad auch ganz normal."

Endstation Manchester

Gewissermaßen normal und zu erwarten war auch das Aus von Dragovic und Dynamo Kiew am Dienstagabend in der Champions League. Nach der 1:3-Niederlage im Hinspiel in Kiew vor drei Wochen war diesmal nach einem 0:0 Schluss für den ukrainischen Meister.

Die Enttäuschung hält sich ob der Erwartungshaltung vor dem Rückspiel auch in Grenzen bei Dragovic. "Wir haben gewusst, dass wir nur noch minimale Chancen haben", gab der Legionär nach seinem insgesamt 16. Spiel in der Champions League in seiner Karriere zu.

Zum sechsten Mal musste der Verteidiger dabei in der Königsklasse kein Gegentor beklagen, was ihn auch zufrieden stimmt. "Irgendwo hab’ ich aber gelesen, dass wir ängstlich gespielt haben. Ganz ehrlich? Diese Meinung kann ich überhaupt nicht nachvollziehen", ärgert sich Dragovic.

"Ich bin total stolz auf die Leistung. Dass wir auswärts in Manchester sehr kompakt waren und kein Gegentor bekommen haben, ist nicht selbstverständlich. Wenn man gegen so eine Weltklasse-Mannschaft nicht zu elft kompakt arbeitet, dann bekommt man die Hütte voll und genau das ist uns nicht passiert."

Zufriedenheit

Dragovic blickt zufrieden zurück auf eine Saison in der europäischen Eliteliga, in der man sich im Herbst überraschend in Gruppe G hinter Chelsea durchgesetzt hat. Verantwortlich dafür war der erste Sieg einer Gastmannschaft beim FC Porto seit zwei Jahren. Das 2:0 bezeichnet Dragovic noch heute als beste Leistung seit seinem Kiew-Engagement.

"Unterm Strich muss ich sagen, dass es eine erfolgreiche Champions-League-Saison war und dass wir uns letztlich im Achtelfinale auch ordentlich verabschiedet haben."

Ein weinendes Auge bleibt beim Gedanken an den englischen Rasen, der selbst für Profis wie ihn ein Zuckerl war. "Das war der beste Rasen auf dem ich je gespielt habe. Einfach überragend", schwärmt Dragovic. Dass er ab Sommer wöchentlich auf englischem Grün spielen will, ist ohnehin nichts Neues.