Sport | Fußball
05.12.2011

Doppelter Erfolg für die Austria

Derby-Stimmung: 2500 Austrianer gewannen das Fan-Duell gegen knapp 30.000 Rapidler. Im Stadion blieb es friedlich.

Sie machten schon auf dem Weg zum Stadion Stimmung, die beiden kleinen Kulovitse mit der Rückennummer 7 ihres Rapid-Idols, die auf den Schultern ihrer erwachsenen Begleiter saßen.

Abgesehen von der kindlichen Vorfreude auf ein großes Wiener Derby blieb es auf dem Weg ins Stadion ruhig. Ob von der U-3-Station Schlachthausgasse, im Wurstelprater oder in der U2. Die Temperatur von mehr als 30 Grad drückte auf die Stimmung. Weniger bei den Austrianern: Sie organisierten einen Marsch zum Stadion und machten schon lange vor Spielbeginn auf sich aufmerksam. Knapp 2500 drängten sich im dritten Rang unter dem Dach des Happel-Stadions, in dem sie den restlichen 29.300 großteils mit Rapid sympathisierenden Zuschauern einheizten.

In Überzahl

Denn die einst so lauten Rapid-Fanklubs blieben erneut stumm. Noch immer scheint die Verärgerung über die Konsequenzen nach dem Platzsturm beim letzten Derby am 22. Mai wichtiger zu sein als die Unterstützung der eigenen Mannschaft. In einer Erklärung begründeten die organisierten Fans dies damit, dass Rapid ins ungeliebte Happel-Stadion ausgewichen ist, obwohl dies von der Polizei nicht vorgegeben worden war.

Doch so konnte sich Rapid zumindest über eine optisch ansehnliche und finanziell angenehme Kulisse von 31.800 Fans freuen. Die Einnahmen von 14.300 mehr als in Hütteldorf verkauften Karten kann Rapid nach der Strafe von 50.000 Euro und einem Geisterspiel gut brauchen.

Rapid-Trainer Peter Schöttel sagte auf die Frage nach der fehlenden Unterstützung bestimmt und deutlich: "Es ist schon ein wenig skurril, was da seit Wochen abläuft. Ich kann es nicht mehr verstehen."

Im Hintergrund

Dass es bis zum Spielende zu keinen unsportlichen Vorfällen kam, lag auch am Auftritt der Polizei, die mit knapp 1000 Mann im Prater war, sich aber im Hintergrund hielt. Rapid hat am Sonntag den vorletzten Teil der Bundesliga-Strafe nach dem Platzsturm getilgt. Jetzt muss nur noch das kommende Heimderby am 18. Februar ohne Vorfälle über die Bühne gehen, und die Bewährungsstrafe eines zweiten Geisterspiels wäre dann auch vom Tisch.

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