Sport | Fußball
22.08.2017

Doping: Hacker schüren Verdacht bei WM 2010

Die Hackergruppe "Fancy Bears" unterstellt zahlreichen WM-Stars die Einnahme verbotener Substanzen.

Über der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika schwebt das Doping-Damoklesschwert: Die russische Hackergruppe "Fancy Bears" veröffentlichte am Dienstag auf ihrer Website eine Reihe von Dokumenten, die unterstreichen sollen, dass allein in den vergangenen beiden Jahren 150 respektive 200 Spieler positiv getestet worden sein sollen. Die Dokumente sollen von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA stammen, die Echtheit ist bisher nicht bestätigt.

Aufsehen erregt aber eine andere Liste aus dem Jahr 2010. Das Dokument enthält 25 Namen von Spielern, die angeblich während der Fußball-WM verbotene Substanzen eingenommen haben sollen. Argentinien ist gleich mit fünf Spielern darauf vertreten, Deutschland mit vier. Auch aus Italien und den Niederlanden finden sich Spieler auf der Liste.

Argentiniens Stars Diego Milito, Carlos Tevez, Juan Veron, Gabriel Heinze und Walter Samuel sollen angegeben haben, das Steroid Betamethason zu benutzen, das üblicherweise zur Behandlung von Asthmaerkrankungen verwendet wird. Ähnlich verhält es sich auch beim deutschen Stürmer Mario Gomez, damals noch für Bayern München tätig - er hatte eine Ausnahmegenehmigung für das Asthma-Medikament Salbutamol.

Aus den Niederlanden steht Dirk Kuyt auf der Liste. Der am Ende der abgelaufenen Saison zurückgetretene Flügelspieler erhielt eine Therapie mit einem Kortikosteroid nach einer Zahnwurzelbehandlung. Italiens Weltmeister von 2006, Vincenzo Iaquinta und Mauro Camoranesi, wurden in Südafrika ebenfalls positiv getestet. Iaquinta wurde wie den argentinischen Spielern Betamethason nachgewiesen, für das er eine Ausnahmegenehmigung erhalten hatte. Camoranesi nahm neben einem Kortikosteroid auch das Betäubungsmittel Xylocain ein.

Die Gruppe "Fancy Bears" zeichnete auch schon für einen Hackerangriff auf die Computersysteme des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF verantwortlich. Damals brachte die Gruppe unter anderem Verdachtsmomente gegen den englischen Langstreckenläufer Mo Farah zutage. Die Echtheit der damals geleakten Dokumente bestätigte die IAAF im Juli. Auch Radsportler Bradley Wiggins war schon im Visier der Gruppe.