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Sport Fußball
09/24/2012

Die Bundesliga-Zwischenbilanz

Das erste Vierterl macht Lust auf mehr: Vieles spricht für eine Titelverteidigung der Salzburger.

Der September ist noch nicht vorbei. Und schon ist das erste Saisonviertel der Bundesliga zu Ende. Es war ein turbulenter Start in eine Saison, in der die alte Rangordnung unter Österreichs Klubs wiederhergestellt worden ist.

Die "großen Vier" (Austria, Salzburg, Rapid, Sturm) haben sich – im Gegensatz zur vergangenen Saison – bereits abgesetzt, dahinter folgt ein dichtes Mittelfeld (WAC, Admira, Mattersburg, Ried). Und im Tabellenkeller gibt es den erwarteten Zweikampf um den Abstieg zwischen Wiener Neustadt und Wacker Innsbruck.

Der KURIER wirft einen Blick zurück auf die ersten neun Runden, ergründet, warum die Klubs dort stehen, wo sie stehen, und wagt eine Prognose, wo sie am Saisonende sein werden ...

Austria

Die Wiener mussten nach der verkorksten Saison Ruhe in den Verein bringen. Das gelang mit der Bestellung von Trainer Peter Stöger. Platz eins überrascht die Violetten selbst, vielleicht hat man sich auch deshalb gegen Salzburg so wenig getraut. Die Abwehr ist mit nur vier erhaltenen Toren Trumpf, vier Mal reichte deshalb ein Tor zum Sieg. Der erste Rückschlag (0:1 gegen Sturm) wurde problemlos weggesteckt, gleich darauf bei Rapid klar gewonnen. Wie man das 0:1 gegen Salzburg wegsteckt, wird sich gegen den starken Aufsteiger WAC weisen.
KURIER-Prognose: Mit dem Titel wird es nur klappen, wenn Salzburg keinen Lauf bekommt. Aber für Platz 2 wird es wohl diese Saison reichen.

Rapid

Mit den Siegen in den wichtigsten Spielen (gegen Novi Sad und Saloniki) wurde die Saison spät, aber doch ausfinanziert. Rapid ist defensiv stark und spielt wie von Trainer Schöttel angekündigt offensiver, obwohl der Kader wesentlich billiger wurde. Die Punktezahl aus dem ersten Viertel 2011 wurde klar übertroffen, geblieben ist die Derby-Schwäche. Punkteverluste durch die Doppelbelastung im Europacup sind eingeplant, müssen aber im Rahmen bleiben, um die schnell hochkochenden Emotionen im Umfeld im Zaum zu halten.
KURIER-Prognose: Rapid bleibt sicher auf Europacup-Kurs. Für den Angriff nach ganz vorne fehlen zumindest parallel zum Europacup Power, Alternativen und Erfahrung.

Salzburg

Drei Siege aus den drei Runden waren der beste Saisonstart der Ära Red Bull. Doch drei sieglose Runden später war klar, dass der Meisterkader keine Perspektiven hat. Also nahm Sportchef Ralf Rangnick viel Geld in die Hand, um Ende August mit fünf Spielerverpflichtungen einen Neustart zu wagen. Die starken Auftritte gegen Ried und Austria mit einer extrem jungen Mannschaft lassen hoffen, dass das Projekt Red Bull doch noch die hohen Erwartungen erfüllt.
KURIER-Prognose: Das neue Team wird sich noch besser einspielen. Der Titel wird wieder an Salzburg gehen.

Sturm

Die ersten 30 Minuten dieser Saison ließen Schlimmes erwarten: Salzburg führte in Graz 2:0, der Rückstand hätte noch höher sein können. Sturm erfing sich in dieser Partie und auch in dieser Saison. Die Steirer sind seit vier Partien ungeschlagen, weil der unkontrollierte Vorwärtsdrang gebremst und so die Defensive gestärkt wurde. Sturm Neu kommt aber deshalb auch wie Sturm Alt daher.
KURIER-Prognose: Die Grazer werden oben dran bleiben, zu mehr als Platz vier wird es allerdings nicht reichen

WAC

Die Kärntner brauchten länger als die Vorgänger Innsbruck und Admira, um in der Bundesliga anzukommen. In einer Tabelle der letzten vier Runden ist der Aufsteiger mit zehn Punkten sogar die Nummer 1 – dank Torhüter Dobnik, der bisher eine tolle Saison spielt.
KURIER-Prognose: WAC wird zwar nicht wie die Admira in der vergangenen Saison Dritter werden, aber Platz 6 oder 7 ist durchaus realistisch.

Admira

Dass sich der Erfolg aus der Vorsaison (Platz drei) nicht wiederholen lassen wird, war schon vor Saisonstart klar. Aber für die Admira war mehr drinnen als nur zwölf Punkte. In vielen Partien belohnte man sich nicht für die ansprechende Leistung – oft auch, weil das Spielglück aus der Aufstiegssaison fehlte.
KURIER-Prognose: Für Admira ist vieles möglich, die Bandbreite reicht von Platz fünf, der wieder einen Europa-League-Starplatz bringen könnte, bis Platz acht.

Mattersburg

Nach dem tollen Start folgte der Absturz. Nach zwölf Punkten aus sechs Partien folgten drei Nuller mit zwölf Gegentoren. Trainer Lederer sagte nach dem 1:5 bei Admira: "Wir müssen einen DNA-Test machen, ob das die Spieler waren, die am Anfang der Saison so gut gespielt haben." Er muss aber auch auf das Teamgefüge schauen, in der Südstadt stritten sich Mravac und Lovin.
KURIER-Prognose: Mattersburg wird sich im Mittelfeld platzieren. Das Team ist nicht so gut wie zu Saisonstart, aber auch nicht so schlecht wie in den letzten Spielen.

Ried

Im Innviertel hat sich mehr verändert als nur das Spielsystem. Unter Trainer Fuchsbichler wurde noch nicht jene Kompaktheit gefunden, die die Rieder unter dessen Vorgänger Paul Gludovatz auszeichnete. Die Heimbilanz ist mit nur einem Sieg in fünf Spielen einfach katastrophal.
KURIER-Prognose: Ried wird die Saison im Niemandsland der Tabelle abschließen.

Wiener Neustadt

Das erste Saisonviertel war eine Berg- und Talfahrt. Es gab gute Leistungen wie ein 1:1 in Salzburg, aber auch Blamagen wie das 0:6 in Wolfsberg. Vielen Neustadt-Spielern fehlt die Bundesliga-Erfahrung, das erklärt die Leistungsschwankungen.
KURIER-Prognose: Wr. Neustadt bleibt Favorit auf den Abstieg. Aber chancenlos sind die Niederösterreicher im Duell mit Innsbruck sicher nicht.

Innsbruck

Wacker bezahlt den Preis für die Sparwelle. Da Leistungsträger (Abraham, Svejnoha) in die Jahre gekommen sind und den Talenten die Erfahrung fehlt, war der Absturz fast programmiert. Dass Wacker bei der Verpflichtung des tollpatschigen brasilianischen Stürmers Marcelo daneben gegriffen hat, passt gut ins Bild. Trainer Walter Kogler steht trotz der blamablen Bilanz (acht Niederlagen in neun Partien) nicht zur Debatte.
KURIER-Prognose: Wacker wird bis Saisonende zittern müssen. Nur wenn der Klub kühlen Kopf bewahrt, kann der Abstieg vermieden werden.

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