Sport Fußball
12/05/2011

Die Austria ist der Favorit im 299. Derby

Der KURIER vergleicht die Rivalen Rapid und Austria vor dem Spiel am Sonntag in acht relevanten Punkten.

War es nur Taktik oder die brutale Wahrheit? Selten noch hat ein Rapid-Trainer eine schönere Lobrede auf den Erzrivalen gehalten und die Austria so klar in die Favoritenrolle gedrängt wie Peter Schöttel vor dem 299. Duell der Traditionsvereine.

"Die Austria ist spielerisch stärker, besser zusammen gespielt und stabiler", sagte Schöttel nach "der starken Leistung beim 2:2 in Alkmaar" und schob noch einige Gründe für einen Sieg der Violetten am Sonntag in der Generali Arena nach.

Austria-Coach Karl Daxbacher fühlt sich zwar geschmeichelt, kontert aber verbal: "Ich gehe dem Peter Schöttel nicht auf den Leim. Wir werden oft gelobt, und dann fehlt uns die Effizienz."

Der KURIER analysiert, ob die Austria tatsächlich als so klarer Favorit in Favoriten startet wie der Rapidler Schöttel behauptet:

Kaderstärke: Bei der Austria ist auf der Ersatzbank ein Leistungsgefälle auszumachen, doch Schöttel lobt: "Der Kader ist mit Trainer Daxbacher über Jahre gewachsen. Noch dazu gibt es überragende Einzelspieler wie Barazite, der zuletzt beeindruckend aufgetreten ist." Bei Rapid sieht der 44-Jährige, wie er zuletzt im KURIER erklärte, nur einen "Übergangskader".

Vorteil Austria

Ausfälle: Bei der Austria sind bis auf Rogulj alle fit, nur Jun läuft wieder auf Reserve. Reicht die Regenerationszeit bis zum Derby nicht, ist Linz wieder ein Thema. Schöttel muss auf zwei Spieler verzichten: Tormann Novota wird nach seinen Knochenbrüchen im Gesicht erst im Jänner mit der Mannschaft trainieren, ebenso wie Schrammel nach seinem Kreuzbandriss.

Vorteil Austria

Führungsspieler: Schöttel hat sich mehr von der Achse Soma-Heikkinen-Hofmann erwartet: "Unsere erfahrenen Spieler sind gut, aber introvertiert. Noch dazu sind sie derzeit sehr mit sich selbst beschäftigt und strahlen nicht die Ruhe aus, die den Jüngeren helfen würde."

Bei der Austria ist Kapitän Linz eher ein Einzelkämpfer im Kollektiv, in dem sich Ortlechner, Junuzovic, Jun oder Barazite über Leistung als Führungsspieler definieren.

Vorteil Austria

Hierarchie:
Bis auf Hofmann muss bei Rapid jeder um seinen Stammplatz bangen. "In unserem ausgeglichenen Kader ist es schwierig mit der Hierarchie", gesteht Schöttel.

Vorteil Austria

Müdigkeit: Der Austria steckt das schwere Alkmaar-Match in den Knochen. Doch das Selbstvertrauen soll Kräfte frei machen. Ortlechner: "Am Sonntag muss die Maschine laufen, dafür sind wir Profis." Daxbacher sieht das letzte Derby als gutes Omen. "Damals hatten wir drei Tage davor gegen Gaz Metan ein schweres Spiel im Europacup und waren trotzdem das frischere Team."

Vorteil Rapid

Transfers: Bei Rapid waren bereits sechs der sieben Neuen länger verletzt. Nur Alar blieb verschont. Aber er enttäuschte zuletzt Schöttel und könnte wieder nur auf der Tribüne Platz nehmen. Pascal und Alexander Grünwald, sowie Mader sind bei Daxbacher gesetzt.

Vorteil Austria

Statistik: Die einzigartige Derby-Serie von bereits fünf Auswärtssiegen (ohne Tore der Heimteams) in Folge lässt Freunde der Statistik auf einen Erfolg der Hütteldorfer in Favoriten schließen.
Vorteil Rapid

Stimmungslage: "Weltuntergangsstimmung" wird laut Schöttel rund um Rapid verbreitet, klagte der Trainer, obwohl die . Optimistischer werden die Rapid-Fans nach Schöttels Derby-Vorschau aber nicht werden.

Vorteil Austria

Fazit: Die Austria gewinnt auch in der KURIER-Wertung (6:2). Allerdings gehört zum Wiener Derby auch der Spruch vom "eigenen Gesetz" und, dass "es keinen Favoriten gibt".

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