Sport | Fußball
05.12.2011

DFB-Cup: Pacult will Wolfsburg ärgern

Der neue Trainer von Viertligist RasenBallsport Leipzig will sich am Freitag gegen den Erstligisten möglichst gut verkaufen.

Eine schier unlösbare Aufgabe wartet auf Peter Pacult als neuer Trainer von RasenBallsport Leipzig zum Pflichtspieldebüt im deutschen Fußball. Der Österreicher trifft mit dem Regionalligisten am Freitagabend in der ersten Runde des deutschen Fußball-Cups daheim auf den VfL Wolfsburg. "Für mich ist wichtig, dass wir uns in diesem Spiel ordentlich verkaufen", sagte der frühere Rapid-Coach kurz vor der Abreise aus dem vom International Football Camp Styria (IFCS) organisierten Trainingslager am Mittwoch in Bad Radkersburg.

Er will mit seinen Leipzigern den Meister von 2009 ärgern, gibt sicher aber keinen Illusionen hin. "Haushoher Favorit ist der VfL. Die Partie ist für uns eine Kür, die Pflicht folgt eine Woche später zum Liga-Auftakt", meinte der Wiener. Man dürfe nicht vergessen, dass ein Viert- gegen einen Bundesligisten spiele und er eine ganz neue Mannschaft habe. Pacult rechnet damit, dass das 44.345 Besucher fassende WM-Stadion, das nun Red Bull Arena heißt, mit an die 30.000 Zuschauern gefüllt sein wird. Der Stadtrekord liegt bei 30.450 Fans, wird von Sachsen Leipzig gehalten und ist sechs Jahre alt.

Das "Projekt"

Felix Magath, der wie Pacult ( Red Bull) einen großen Konzern (VW) hinter sich weiß, zeigt vor dem Außenseiter Respekt. "Das wird keine leichte Aufgabe. Wir haben den Gegner extra beobachtet. Meine Elf muss wissen, dass sie dort an ihre Leistungsgrenze gehen muss. Die Leipziger spielen zwar in der vierten Liga, haben aber Bundesliga-Profis im Kader", warnte der Trainer der Niedersachsen seine Schützlinge, die er gegen die Sachsen zur Konzentration mahnte.

In Leipzig liegt das Hauptaugenmerk derzeit nicht auf dem Cup, sondern auf der Titeljagd. Das "Projekt", wie es im Verein nur genannt wird, ist wie in Wolfsburg auf Magath total auf Pacult ausgerichtet. Alle sportlichen Kompetenzen liegen in den Händen des Ex-Rapid-Trainers, der wie Magath zum Freund von RB-Besitzer Dietrich Mateschitz geworden ist. Der Wiener soll die Leipziger so rasch wie möglich in den Profi-Fußball führen.

"Es gibt kein ausgegebenes Ziel, es gibt nur ein Ziel, was Red Bull in den nächsten Jahren langfristig erreichen will. Natürlich dauert es seine Zeit, aber Ziel ist es, in Zukunft in der Bundesliga zu spielen. Ich persönlich will immer Erfolg haben und den ausgegebenen Weg von Red Bull erfolgreich begleiten", sagte Ex-Stürmer Pacult über die sportliche Philosophie des Dosen-Imperiums.

Vision

Um der Vision einen Schritt näher zu kommen, wurden mit Sebastian Heidinger (Arminia Bielefeld) und Christian Müller (FSV Frankfurt) zwei Stammspieler aus der Zweiten Liga geholt. Außerdem kommen als Routiniers der Finne Pekka Lagerblom (zuletzt VfB Stuttgart) und Pascal Borel (zuletzt Tschernomorets Burgas/Bulgarien), die 2004 beide beim damaligen Double-Gewinner Werder Bremen unter Vertrag standen.

Neben Pacult und RB Leipzig sind am Freitag auch noch zwei Ösi-Vereine aus dem Oberhaus im Cup-Einsatz. Der VfB Stuttgart (Martin Harnik/ohne Kevin Stöger/U20WM) tritt in der Fremde gegen SV Wehen Wiesbaden, Borussia Mönchengladbach (Martin Stranzl) in Regensburg gegen SSV Jahn an. Spielbeginn aller sechs Freitag-Spiele ist 20.30 Uhr. Am Wochenende stehen insgesamt 32 Cup-Partien auf dem Programm.

Meister Borussia Dortmund (Moritz Leitner) gastiert am Samstag (19.30 Uhr) beim SV Sandhausen, Cup- und Supercup-Gewinner FC Schalke (Christian Fuchs) bekommt es am Sonntag (16.00 Uhr) auswärts mit dem FC Teningen zu tun. Rekordmeister Bayern München (David Alaba) spielt erst am Montag (20.30 Uhr/live ARD) in Braunschweig gegen Zweitligist Eintracht (Benjamin Fuchs).