Sport | Fußball
04.07.2017

Deutscher Erfolg: Die goldene Generation Löw

Fußball-Weltmeister Deutschland bejubelt die Titel beim Confederations Cup und bei der Unter-21-EM.

Dafür, dass der Confederations Cup angeblich ein Turnier und Titel ohne Wert sein soll, fiel der deutsche Jubel überraschend euphorisch aus. Am Ende des Feierabends von St. Petersburg wurde sogar noch Joachim Löws perfekter Scheitel einer Sektdusche unterzogen.

Wenn der Weltmeister die WM-Generalprobe gewinnt, dann mag das auf den ersten Blick nach Papierform aussehen. Das wirklich Erstaunliche und Bemerkenswerte am Premieren-Triumph einer deutschen Nationalmannschaft beim Confed Cup war, mit welcher Auswahl Joachim Löw den zweiten Titel seiner mittlerweile elfjährigen Amtszeit einfahren konnte. Es war ein besseres B-Team, das da in den letzten Tagen in Russland eine 1-A-Performance ablieferte und auch das Endspiel gegen Chile mit 1:0 für sich entscheiden konnte. "Das ist in dieser Form etwas Historisches und Einmaliges in der deutschen Geschichte", befand denn auch Bundestrainer Löw, der beim Confederations Cup nahezu auf sämtliche Weltmeister von 2014 verzichtet hatte.

Und weil 48 Stunden zuvor die deutsche Unter-21-Nationalmannschaft auch noch den EM-Titel gewonnen hatte, sah sich Joachim Löw sofort mit der Frage konfrontiert, wer denn Deutschland 2018 in Russland auf dem Weg zur erfolgreich Titelverteidigung überhaupt stoppen soll.

" Deutschland ist immer noch die beste Mannschaft der Welt im Moment – nach dem Weltmeistertitel 2014 und diesem Cup", erklärte der Bundestrainer. Aber warum sind die Deutschen so erfolgreich? Wieso ist im Fußball alles schwarz-rot-hold?

Die Kontinuität
Wenn’s nach dem DFB geht, dann wird Joachim Löw als Bundestrainer in Pension gehen. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist der Schwarzwälder bereits im Amt, und er hatte genug Zeit, um ein Leitbild und ein einheitliches Spielsystem zu entwickeln und zu installieren. Das positive Resultat: Die vermeintliche zweite Garnitur konnte beim Confed Cup auch deshalb so erfolgreich für die Weltmeister in die Bresche springen, weil alle die deutsche Spielphilosophie von klein auf verinnerlicht haben. Andernorts ist die Kontinuität oft nur ein Fremdwort. In der Ära Löw verbrauchte etwa Holland bereits acht Teamchefs.

Der Kader
Zugegeben, um diese B-Elf, die den Confed Cup gewinnen konnte, würden viele Nationalteams Deutschland beneiden. FC Barcelona (Ter Stegen), AS Roma (Rüdiger), Paris St-Germain (Draxler), Arsenal (Mustafi), FC Bayern (Kimmich) oder Dortmund (Ginter) – das sind die internationalen Top-Adressen, bei denen die jungen Deutschen am Ball sind. Der Bundestrainer steht nun vor einem Luxusproblem. "Im Spaß könnte ich sagen, wir müssen uns jetzt überlegen, welchen von den daheimgebliebenen Spielern wir zu diesem Team dazunehmen", sagt Löw.

Der Trainer
Joachim Löw muss Frank Stronach noch immer dankbar dafür sein, dass der ihn 2003 als Austria-Trainer entlassen hatte, obwohl die Wiener damals an der Tabellenspitze lagen. Sonst wäre er heute mit einem Punkteschnitt von 2,20 wohl nicht der erfolgreichste Bundestrainer der DFB-Historie. Der ehemalige Innsbruck-Coach hat in seiner Amtszeit besonders die jungen Spieler geformt und gefördert. Seine Erfolgsbilanz ist beeindruckend: Bei jedem Turnier stand er zumindest im Semifinale, nur 23 seiner 152 Partien als Bundestrainer gingen verloren.

Der Verband
Mit knapp sieben Millionen Mitgliedern ist der DFB der größte Sportverband der Welt. Um 90 Millionen Euro werden gerade ein neues Nachwuchsleistungszentrum und eine größere Zentrale geplant.