Sport | Fußball 05.12.2011

Derby-Zufluchtsort Happel-Stadion

© Bild: apa

Rapid-Präsident Edlinger deutet an, dass man fürs Derby auch zukünftig in den Prater übersiedeln könnte.

Ernst Franz Hermann Happel (*29. November 1925 in Wien; †14. November 1992 in Innsbruck) war ein österreichischer Fußballspieler und -trainer. Als Spieler erreichte der Verteidiger unter anderem den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz und wurde zum Publikumsliebling bei Rapid. Soweit das Lexikon.

Das Oval im Wiener Prater ist zwar nach dieser Rapid-Ikone benannt, die organisierten Fans der Hütteldorfer können mit dem Ernst-Happel-Stadion aber dennoch nichts anfangen. Deswegen wollen Teile der Anhänger von der West- und Osttribüne ihre Mannschaft nicht einmal gegen den Erzrivalen unterstützen.

Rapid-Präsident Rudolf Edlinger, der vor dem Derby-Abbruch mehrmals angekündigt hatte, dass auf Ausschreitungen der Prater die Antwort ist, erklärt: "Sehr viele Fans haben sich beschwert, dass sie keine Chance auf Derby-Karten im Hanappi-Stadion bekommen. Neben der durch die Laufbahn verbesserten Sicherheitssituation ist auch das ein Grund für das größere Happel-Stadion."

Auf Bewährung

Auch das zweite Heimderby wird im Prater stattfinden, "weil wir auf jeden Fall das durch weitere Ausschreitungen mögliche zweite Geisterspiel verhindern wollen", sagt Edlinger, der aber für die nächste Saison aufhorchen lässt: "Wo dann die Derbys stattfinden werden, ist noch nicht entschieden."

Im Happel-Stadion ist die Sicherheit tatsächlich besser gewährleistet als in Hütteldorf. Das weitläufige Areal davor, das die Exekutive sichern muss, macht aber auch Rapid-Kapitän Steffen Hofmann Sorgen: "Wir haben im Happel-Stadion gegen Liverpool oder den HSV große Spiele erlebt. Wenn sich die Stimmung hochschaukelt, ist es im Happel genial. Aber rundherum kann man die Fans schlechter trennen. Da kann dann eher etwas passieren."

Die Bundesliga kann am Sonntag Verfehlungen (beispielsweise Pyrotechnik) der Rapid-Fans für ein mögliches Geisterspiel ahnden. Zum einstigen Vorschlag von Ex-ÖFB-Präsident Stickler, beide Vereine in einem modernen Stadion im Prater unterzubringen, meint Edlinger: "Für viele Fans ist genauso wie für mich Rapid sehr stark mit Hütteldorf verbunden. Rapid im Prater? Das ist ein Problem."

Home, sweet home

Und dennoch müssen sich die Rapidler auf regelmäßige Auftritte im Happel-Stadion gefasst machen: "Im Hanappi-Stadion stehen in ein paar Jahren Sanierungsarbeiten an. Dann müssen wir für längere Zeit ins Happel-Stadion. Ich strebe keinen Standortwechsel an, aber diesen Wechsel müssen die Fans akzeptieren."

Für die Austria kommt für die Heim-Derbys ein Wechsel ins Happel-Stadion nicht infrage. Allein schon aus wirtschaftlichen Überlegungen: Ein Standortwechsel zahlt sich für die Violetten erst ab 25.000 Zuschauern aus, wie Manager Markus Kraetschmer vorrechnet. "Wir haben in der Generali-Arena geringere Kosten als Rapid im Hanappi-Stadion, weil wir unser Stadion selbst betreiben können." Außerdem möchte man Namensgeber Generali nicht vor den Kopf stoßen.

Kapitän Roland Linz freut sich zwar auf eine tolle Stimmung bei 30.000 Fans im Wiener Prater, bleibt aber der Austria-Linie treu: "Es ist schon gut, dass wir den Heimvorteil in Favoriten nicht aufgeben."

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Erstellt am 05.12.2011