Derby-Analyse: Hütteldorfer Jammertal

Nicht nur Dani Alar findet die momentane Situation bei Rapid zum Haareraufen.
Foto: ap

Der KURIER nennt fünf Gründe für die grün-weiße Misere.

Der Absturz wirkt nach dem guten Saisonstart umso brutaler: Rapid steht nach dem 0:3 im Derby in der Tabelle gleichauf mit Abstiegskandidat Wr. Neustadt. Und die Tendenz zeigt vor dem Spiel in Salzburg weiter nach unten.

Der KURIER nennt fünf Gründe für die Depression in Grün-Weiß:

Die Chancenverwertung

Rapid ist nach fünf Runden das einzige Team der Liga ohne Treffer in der ersten Hälfte, obwohl auch gegen die Austria genug Chancen da waren. Hamdi Salihi als klar effizientester Stürmer sitzt wie im Prater aber oft auf der Bank, weil er nicht in das System von Trainer Schöttel passt.

Der Umbau

Die Austria zeigte vor, wie ein eingespieltes Team kombinieren sollte. Rapid ist nach dem Umbau im Sommer laut Schöttel aber "noch in der Kennenlern-Phase". Da Schöttel taktisch immer auf den Gegner bezogen aufstellen will, wurde auch noch kein Spiel mit identer Aufstellung bestritten.

Die Rolle

Hofmanns Ausgerechnet im wichtigsten Spiel opferte Schöttel das Herzstück seiner Reform: Hofmann rutschte vom Zentrum wieder nach rechts. Die destruktive Kombination in der Mitte mit Pichler und Kulovits, der erkrankte, scheiterte spätestens mit dem 0:1. Und für Hofmann, der sich laut Schöttel "bemüht, aber nicht in die Gänge kommt", wird weiter die optimale Rolle gesucht.

Die Unsicherheit

So wie Hofmann wirkt im Moment der gesamte Verein auf der Suche nach sich selbst. "Das Selbstvertrauen kommt nur mit Erfolgen", meint Schöttel. Der Entschlossenheit der Austrianer konnte nur verzweifeltes Bemühen entgegengehalten werden, das am Ende beim Rotfoul von Prokopic in Brutalität umschlug. Die Unsicherheit der Akteure dient den Machtspielen der weiter schweigenden organisierten Fanszene.

Der Fan-Boykott

Nach dem 0:3 lieferte ein Teil der Fans ein weiteres Indiz dafür, mehr Last als Hilfe zu sein. Rund 50 Anhänger, mehrheitlich Platzstürmer, warteten vor dem Hanappi-Stadion auf den Mannschaftsbus. In die Beschimpfungen und Drohungen gegen die deprimierten Spieler mischte sich auch die maßlose verbale Selbstüberschätzung "Wir sind Rapid!" Tatsächlich wurde den 2500 Austria-Fans durch den Stimmungsboykott die historische Chance geboten, fast 30.000 Rapidler aus dem Stadion zu schreien. "Was sich da abspielt, ist skurril. Ich kann es nicht mehr verstehen", stellt Schöttel fest.

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