Gianni Infantino

© REUTERS/HENRY ROMERO

Vorwürfe
05/28/2016

Der neue FIFA-Boss gerät unter Beschuss

Gianni Infantino soll an einem Komplott gegen den FIFA-Reformer beteiligt gewesen sein.

Beim Kongress des Fußball-Weltverbandes (FIFA) vor zwei Wochen in Mexiko soll es nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen Komplott des neuen Präsidenten Gianni Infantino und Mitgliedern des Councils gegen Chefaufseher Domenico Scala gegeben haben. Das soll jedenfalls aus Aussagen und Gedächtnisprotokollen der Council-Sitzungen hervorgehen.

Bei diesen Besprechungen sei es darum gegangen, Scala während des Kongresses entscheidend zu schwächen. FIFA-Vizepräsident David Gill soll sich gegen dieses Ansinnen gestellt haben. Auf dem Kongress war es dann tatsächlich zu einer umstrittenen Entscheidung gekommen, worauf der Schweizer Scala schließlich seinen Rücktritt erklärte.

Zwischenlösung

Das FIFA-Council wurde für ein Jahr ermächtigt, Mitglieder der eigenen Kontrollinstanzen zu benennen oder zu entlassen. Diese Aufgaben obliegen eigentlich dem Kongress, der Versammlung der insgesamt 211 FIFA-Mitgliedsverbände.

Die Vorwürfe gegen Infantino und die Council-Mitglieder könnten eine Untersuchung der Ethikkommission nach sich ziehen. Dies wollte Roman Geiser, der Sprecher der ermittelnden Kammer der FIFA, weder bestätigen noch dementieren.

"Es ist Aufgabe der Untersuchungskammer, alle geäußerten Vorwürfe und Eingaben laufend zu prüfen, was sie auch tut. Zum Schutze aller Untersuchungen ist die Untersuchungskammer jedoch nicht in der Lage, Angaben zu machen, ob gegen eine Person eine Voruntersuchung eingeleitet wurde oder nicht", teilte Geiser am Freitagabend in einer schriftlichen Erklärung mit. "Ein formelles Verfahren wird eröffnet, falls prima facie ein Tatbestand vorliegt", hieß es in dieser weiter.

Scala, der als eigentlicher Architekt der FIFA-Reformen in den letzten Monaten gilt, hatte nach seinem Rücktritt deutliche Worte gewählt. "Die Gremien werden damit faktisch ihrer Unabhängigkeit beraubt und drohen zu Erfüllungsgehilfen derjenigen zu werden, die sie eigentlich überwachen sollten", begründete er in Mexiko seinen Abschied als Vorsitzender der Audit- und Compliance-Kommission.

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