Der Cup als Kilometerfres­ser

Für die Amateurteams bedeuten die langen Cup-Reisen auch finanzielle Strapazen.
Foto: Jürg Christandl

Unerwünschte Fans und lange Reisen machen den Cup für die Amateurvereine zu einer großen Herausforderung.

Donnerstag, 7 Uhr morgens. Spieler und Trainer steigen in Stegersbach in den Bus, das Abenteuer Cup ist für den Ostliga-Aufsteiger eine Tour durch Österreich.

710 Kilometer trennen die Ortschaft im Burgenland von Dornbirn. Dort ist Westligaklub FC der Gegner in der ersten Hauptrunde. Am späten Nachmittag trafen die Burgenländer im Hotel in Götzis ein. "Zum Glück haben alle Spieler auch Urlaub bekommen", sagt Trainer Kurt Jusits. Denn in seinen Augen ist der Cup eine Belohnung für die Spieler und den Verein.

Zahltag

Der Trip geht ordentlich in die Vereinskassa des FC Dornbirn. Denn der Gastgeber muss 1,30 Euro Kilometergeld zahlen, macht 1846 Euro für die Vorarlberger. Zudem müssen die wenigen Zuschauereinnahmen noch mit Stegersbach geteilt werden.

Zumindest den Schiedsrichter zahlt der ÖFB. Der hat auch einen Härtefonds eingerichtet. Herbert Kolm: "Das Cup-Komitee wird darüber entscheiden, welcher Verein wie viel Geld bekommt." Wobei der Aufsteiger zumindest 5000 Euro erhält - so viel ist das Ausscheiden in Runde 2 wert. Wer an diesem Wochenende ausscheidet, bekommt nichts.

Stegersbach ist Außenseiter, Dornbirn gewann in der Westliga beide bisherigen Spiele. Ebenso Wattens. Die Tiroler empfangen am Samstag St. Margarethen. Der Aufsteiger in die burgenländische Landesliga macht sich am Freitagnachmittag auf den Weg nach Tirol, mehr als 500 Kilometer im Bus. "Ich hoffe auf ein Nullsummenspiel, dass das Kilometergeld die Kosten für Bus und Hotel deckt", sagt Sektionsleiter Günter Welz. Sportlich sei es auf jeden Fall eine schöne Herausforderung. "Wir haben 1987 zuletzt im Cup gespielt und dabei gegen den späteren Sieger verloren, gegen Krems."

Der SC Brunn spielt in der 2. Landesliga Ost (fünfte Leistungsstufe) und wurde NÖ-Cupsieger. Als Lohn darf die Mannschaft in der ersten Hauptrunde des ÖFB-Cups antreten. Das Los bescherte dem Klub die Salzburg Juniors. Mehr als 100 Zuschauer werden am Samstag in der Red-Bull-Akademie in Liefering nicht erwartet. Sektionsleiter Robert
Schiener: "Wir sind glücklich, dass wir im Cup spielen dürfen. Aber wir müssen wie jeder andere Teilnehmer 500 Euro Nenngeld zahlen. Das ist für einen Klub wie Rapid kein Problem. Wir aber haben nur 50.000 bis 60.000 Euro im Jahr zur Verfügung."

Stadionverbote

Rapid bekommt, wie alle Bundesligisten, das Kilometergeld vom ÖFB ersetzt. Dafür wird in Runde 1 auf die Einnahmenteilung verzichtet. Beim Gegner will man aber nicht auf die Kontrolle verzichten: Für die Cup-Partie gegen die LASK Juniors gelten auf der Gugl die von der Bundesliga ausgesprochenen Stadionverbote. "In Zusammenarbeit mit Rapid schauen wir, dass keiner von denen ins Stadion kommt", sagt Sektionsleiter Gerhard Klein.

Der ÖFB hat sich die Liste der betroffenen Fans von der Bundesliga besorgt, darf diese aber nur ohne Fotos weitergeben. Bei Hellas Kagran war bis am Donnerstag noch keine Liste eingetroffen. Der Wiener Stadtliga-Klub spielt am Samstag (17 Uhr) gegen Wacker Innsbruck. "Ich hoffe, dass wir die Liste mit den Verboten am Freitag bei der Sicherheitsbegehung bekommen. Wir wollen sie unbedingt", sagt Präsident Martin Graf.
"Wir haben noch nichts bekommen", sagt auch Stefan Hausmann. Er ist Obmann in Baumgarten, wo am Sonntag Red Bull Salzburg gastiert.

(kurier / Günther Pavlovics, Stephan Blumenschein) Erstellt am
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