Debüt-Erfolg für Foda: Österreich schlägt Uruguay

FREUNDSCHAFTLICHES FUSSBALL-LÄNDERSPIEL: ÖSTERREIC
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH Louis Schaub erzielte den Siegtreffer in der Schlussphase.

Ein glücklicher und hart erarbeiteter Sieg gegen Uruguay beschert Franco Foda beim ÖFB-Debüt einen Auftakterfolg.


Na gut, die EM wurde verpatzt. Relativ gründlich. Danach hat Österreich in sieben Heimspielen allerdings nur einmal verloren (0:1 gegen Irland). Und trotzdem, das einst in Massen heranströmende Publikum reagiert der Außentemperatur entsprechend unterkühlt. Nur 11.700 kamen zu Franco Fodas Teamchef-Debüt gegen Uruguay, das  sich auch als Gedenken an den vor genau 25 Jahren verstorbenen Ernst Happel angeboten hat.  

Was der neue Besen, also der Coach von Sturm Graz, an Altlasten weggekehrt hat?  

Verständlicherweise zunächst nicht viel. Die taktische Formation blieb, wie sie sie unter Koller zumeist war: 4-2-3-1 lautete auch zum Foda-Auftakt die Formel. Allerdings nur in Ballbesitz. Im Spiel gegen den Ball agierten die Österreicher in einem klassischen 4-4-2. Die auf den ersten Blick auffälligste personelle Veränderung: Marko Arnautovic verließ seine angestammte Position auf dem linken Flügel, um den klassischen Zehner hinter der Sturmspitze zu bekleiden.

Wenige Veränderungen

Vielleicht, weil sich Foda in der Defensivarbeit mehr von Kainz auf dem Flügel erwarten kann? Jedenfalls spielte Arnautovic die neue Rolle des ungewohnt Unauffälligen. Foda änderte dies zur Pause und schubste Arnautovic zurück auf seine linke Paradeposition.

Was noch? Die Ankündigung des Deutschen, mehr Spieler aus der heimischen Liga einzubauen, lässt in ihrer Umsetzung noch auf sich warten. Einzig Andreas Ulmer   – von Vorgänger Koller nicht beachtet –  stand als Salzburger in der Startelf.

Nach 20 Minuten Sprechchöre für den Teamchef. Foda bedankt sich für die Vorschusslorbeeren. Zu diesem Zeitpunkt stand es  bereits 1:1. Weil Kainz   den stürmenden Burgstaller gut bediente,  dieser zunächst an Uruguays Torhüter scheitern sollte, aber  reaktionsschnell den freistehenden Sabitzer sah – 0:1 (5.). Und weil Österreichs  Abwehr  erstmals  ihre  Löchrigkeit erkennen ließ, als  Urretaviscaya    dem Superstar aus Paris, Edinson Cavani,  die    Idealflanke zukommen ließ. 1:1 per Kopf (10.). Der neue Teamchef  in seinem neuen Gefühlsbad. Foda ballte erst die Faust, und Foda begab sich dann mit gesenktem Haupt  in Richtung Bank.

Glück gehabt

Danach übten sich die ballsicheren Südamerikaner in vornehmer Zurückhaltung. Drei Mal Giorgian de Arrascaeta (darunter immerhin ein Stangentreffer) und Cavani übertrafen sich im Verjuxen der Hundertprozentigen.

So durfte Österreich aus einer nicht aussichtslosen Position heraus die zweite Halbzeit bestreiten. Fodas Wechselspiel zeigte seine Wirkung, das Team offenbarte mehr Offensivgeist, ohne allerdings zu den ganz großen Möglichkeiten zu kommen. Uruguay verzichtete auf die schnellen Gegenstöße, es entstand ein freundschaftliches Hin und Her.

Als schon mit dem entsprechenden unentschiedenen Ausgang gerechnet wurde, passierte es doch noch: Freistoß des eingewechselten Louis Schaub. An Freund und Feind vorbei fand der Ball den Weg ins Netz – 2:1 (87.). Und ins Anfängerglück des Franco Foda.

Spieldaten

Österreich 2:1 Uruguay

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 11.700 Zuschauer, SR Bognar (HUN)

Tore: 1:0 Sabitzer (5.), 1:1 Cavani (10.), 2:1 Schaub (87.)

Österreich: Lindner - Bauer, Danso, Dragovic, Ulmer - Sabitzer (90. Schwab), Baumgartlinger, Grillitsch (74. Schöpf), Kainz (59. Schaub)- Burgstaller (74. Lazaro), Arnautovic (86. Alar)

Uruguay: M. Silva - Pereira, Gimenez, Godin, G. Silva - Urretaviscaya (68. Stuani), Vecino, Bentancur, Valverde (79. Lodeiro) - Cavani (75. Gomez), de Arrascaeta (63. C. Sanchez)

Stimmen

Arnautovic: "Wichtig, dass wir gewonnen haben"

Franco Foda (Teamchef Österreich): "Wir sind verdient in Führung gegangen, haben uns dann in der ersten Hälfte mit Fehlpässen das Leben selbst schwer gemacht. Das Gegentor hätten wir besser verteidigen müssen. In der zweiten Hälfte haben wir das viel besser gemacht, aber einige Möglichkeiten nicht gut zu Ende gespielt. Es gab viele Ansätze, aber natürlich auch noch viele Dinge zu verbessern. Man darf aber nicht vergessen, dass wir gegen Uruguay gespielt haben, das ist eine absolute Topmannschaft. Für das, dass wir erst acht Tage zusammengearbeitet haben, bin ich zufrieden."

Marko Arnautovic (Stürmer Österreich): "Wir wissen alle, dass Uruguay ein Weltklasseteam ist, das ist natürlich nicht einfach. Wir haben das ganz gut gemacht. Wir haben mutig nach vorne gespielt. Es ist wichtig, dass wir gewonnen haben. Gegen Uruguay gibt's das nicht alle Tage."

Marcel Sabitzer (Torschütze Österreich): "Es war ein guter Einstand für den neuen Trainer. Wir sind gut ins Spiel reingekommen. Der Ausgleich fast im Gegenzug darf uns aber nicht passieren. Uruguay hat dann Chancen gehabt, wir sind glücklich mit dem 1:1 in die Pause gegangen. Die kommenden Spiele werden nicht einfacher. Wir haben unnötige Ballverluste gehabt. Nach vorne haben wir Potenzial, aber wir müssen insgesamt geschlossen auftreten."

Louis Schaub (Torschütze Österreich): "Das ist ein bisschen eine komische Situation, dass ich viermal hintereinander getroffen habe. Wenn ich das bei Rapid auch machen würde, wäre das auch nicht so schlecht. Wir haben gut angefangen, nach dem Ausgleich haben wir uns etwas schwerer getan. In der zweiten Hälfte haben wir aber wieder Fußball gespielt."

(Kurier/APA) Erstellt am
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